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Ukraine-Wirtschaftsnachrichten, Dienstag, 28. Mai 2019

 

 

 

 

 

  • Gesetze und Verordnungen: Antidumpingzölle auf Zement; Höhenbeschränkungen für Neubauten werden um 50% auf 150 Meter bzw. 50 Stockwerke angehoben; Gesetzesentwurf zum Eneuerbare Energien Gesetz unterzeichnet;
  • Transaktionen: Concorde Capital erwirbt Heidelberg Cement Ukraine
  • Ausschreibungen: PPP – Projekte für Häfen, Flughäfen und Bahnhöfe
  • Immobilienwirtschaft: 8-stöckigen Hotel mit 264 Zimmern am Terminal D von Kiew Boryspil geplant
  • Landwirtschaft: Ukraine in Saison 2018/ 2019 voraussichtlich größter Getreideexporteur der Welt; Nibulon nahm 140 Meter langes Ladeschiff in Betrieb
  • Infrastruktur: Bau eines überdachten Busbahnhofs am Flughafen Boryspol geplant; weitere finanielle Mittel für Reparatur und Wiederaufbau von Hauptverkehrsstraßen eingefordert
  • Transport & Tourismus: Kiew Sikorsky Erweiterung des Hauptterminals eröffnet; Air France und British Airways streichen Flüge; Neue Direktflüge Oslo – Kiew
  • Telekommunikation und IT: 5G-Mobilfunkdienst soll im nächsten Jahr in der Ukraine starten; weiterer Ausbau des 4G-Netzes
  • Volks- und Finanzwirtschaft: Clearstream gestartet; IWF-Überprüfungsmission; EBRD-Finanzierung für die Modernisierung der Nahverkehrssysteme ukrainischer Städte; Wechselkursstabilität
  • Arbeitsmarkt: Auswanderung als Problem für die 2020er Jahre droht

Gesetze und Verordnungen

In diesem Sommer sollen Antidumpingzölle auf die Einfuhren von Zement aus Russland, Weißrussland und Moldawien in die Ukraine erhoben werden. Angelegt auf die nächsten fünf Jahre werden die Zölle in Prozent des Warenwertes festgeschrieben: 115% für Russland, 94% für Moldawien und 57% für Belarus. Getrennt davon sind praktisch alle Zementimporte aus Russland ab dem 1. August verboten, berichtet das Ministerium für Wirtschaftsentwicklung und Handel.

Die Höhenbeschränkungen für Neubauten werden um 50% auf 150 Meter bzw. 50 Stockwerke angehoben, schreibt Lev Partskhaladze, stellvertretender Minister für Regionalentwicklung, Bau und Wohnen, auf Facebook. Die Anforderungen an die Planung von hohen Gebäuden werden derzeit angepasst. Das höchste Gebäude der Ukraine, Klovski Descent 7A in Kiew, ist 48 Stockwerke hoch. Die beiden Zweitplatzierten, beide in Kiew, sind: Gulliver – 35 Stockwerke, und Parus – 34 Stockwerke.

Stunden vor der Vereidigung von Zelenskiy unterzeichnete der damalige Präsident Poroschenko den Gesetzentwurf, der den Übergang von „grünen“ Tarifen zu Auktionen für im nächsten Jahr in Betrieb genommene Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien vorsieht. Der Schritt erfolgte, nachdem „grüne“ Energie 2 % der im Jahr 2018 erzeugten Energie ausmachte, aber 8 % der Stromkosten des Landes. Im neuen Gesetz sinkt der Solartarif im nächsten Jahr um 25%, gefolgt von einem jährlichen Rückgang um 2,5% für drei Jahre. Für Wind sinkt der Tarif um 10%. Das Auktionsregime, das am 1. Juli beginnen soll, soll parallel zum „grünen“ Tarifsystem funktionieren.

Transaktionen

Concorde Capital hat Heidelberg Cement Ukraine gekauft und setzt auf die Zukunft des Zements. Am 14. Mai erwarb Overlin Limited, ein mit Concorde verbundenes zyprisches Unternehmen, 99,8% der Dnipro-Einheit des deutschen Baustoffunternehmens.

Ausschreibungen

Die ersten beiden großen öffentlich-privaten Partnerschaften (PPP – Projekte) der Ukraine – Kherson und Olvia Ports – sollen bis Ende Juni ausgeschrieben werden, berichtet das Infrastrukturministerium. Beide Häfen liegen 15 km vom Schwarzen Meer – Kherson am rechten Ufer des Dnipro und Olvia am linken Ufer der Dnipro-Bug-Mündung.

Der Gewinner der 35-jährigen Konzession in Olvia wird voraussichtlich 650 Millionen Dollar in die Entwicklung des Hafens investieren, beginnend mit dem Bau eines Getreideterminals mit einer Kapazität von 2 Millionen Tonnen pro Jahr, berichtet die InfraPPP-Nachrichtenseite. Die 30-jährige Konzession von Kherson erfordert Investitionen von 53 Millionen Dollar. EBRD, Weltbank und die International Finance Corporation haben mit der Ukraine zusammengearbeitet, um Machbarkeitsstudien für öffentlich-private Partnerschaften mit internationalem Standard zu erstellen.

Mit Blick auf die Zukunft arbeitet Infrastrukturminister Volodymyr Omelyan gemeinsam mit der International Finance Corporation an der Entwicklung von Konzessionen für den Betrieb von Flughäfen – möglicherweise Kiew Boryspil oder Lviv und zwei oder drei Regionalflughäfen. Darüber hinaus spricht die Regierung von Konzessionen für den Betrieb von Bahnhöfen und für den Bau von Autobahnen. Wenn es keine vorgezogenen Rada-Wahlen gibt, wird erwartet, dass die meisten derzeitigen Minister bis Ende dieses Jahres an ihrem Platz bleiben.

Ausländische und nationale Luftfrachtgesellschaften sind an einer öffentlich-privaten Partnerschaft (PPP Projekt) zum Bau eines neuen Frachtterminals für Boryspil interessiert, sagte Zubko. Der Wettbewerb des Infrastrukturministeriums wird in diesem Sommer gestartet, zu spät, um rechtzeitig vor dem saisonalen Anstieg der Pakete zu Weihnachten/Neujahr abgeschlossen zu werden. In der vergangenen Saison waren Luftfrachtgesellschaften sehr empört, da der Flughafen den Frachtverkehr für 10 Tage geschlossen hat. Durch den Einsatz einer neuen Software zur Ladungsverfolgung und eine modernisierte Logistik sollte auch ohne neues Frachtterminal gegen Jahresende kein Engpass entstehen.

Immobilienwirtschaft

Der israelische Bauunternehmer Ofer Kerzner soll noch in diesem Jahr mit dem Bau eines 8-stöckigen Hotels mit 264 Zimmern in der Nähe des Terminal D von Kiew Boryspil beginnen, berichtet Georgy Zubko, stellvertretender Direktor für Entwicklung am Flughafen, Reportern. Kerzner, Eigentümer der Immobilienentwicklungsgesellschaft City Capital Group, war bereits für das Projekt Art-Zavod Platforma aktiv und verwandelte damit eine ehemalige Waffenfabrik in ein beliebtes Kulturzentrum.

Landwirtschaft

Die Ukraine ist auf dem besten Weg, Russland in diesem Wirtschaftsjahr, das am 30. Juni endet, als größter Getreideexporteur der Welt abzulösen. Bis Mittwoch haben ukrainische Bauern 45,4 Millionen Tonnen Getreide exportiert, berichtet das Ministerium für Landwirtschaft und Ernährungspolitik der Ukraine. In diesem Jahr erwartet die Ukraine den Export von 49 Millionen Tonnen. Russland prognostiziert Exporte von 44-46 Millionen Tonnen. Im vergangenen Jahr exportierte die Ukraine 39,9 Millionen Tonnen und Russland 43 Millionen Tonnen.

Nibulon nahm am Mittwoch das größte Schiff der unabhängigen Ukraine – ein 140 Meter langes Ladeschiff, das dazu bestimmt ist, Getreide von Dnipro-Flussschiffen zu Panamax-Frachtern im Schwarzen Meer zu transportieren – in Betrieb. Nach der vollständigen Fertigstellung in vier Monaten wird der Nibulon Max über zwei Liebherr-Greiferkrane aus deutscher Produktion verfügen, die 18.000 Tonnen pro Tag bewegen können. Mit der Möglichkeit, 90 Tage lang autonom offshore zu arbeiten, wird das Schiff der 75-Schiffs-Flotte von Nibulon helfen, den jährlichen Frachtumschlag auf 5 Millionen Tonnen zu verdoppeln, teilte das Unternehmen mit. Das von der Nibulon-Werft in Mykolaiv gestartete Schiff wurde teilweise durch Darlehen der EBRD, der Europäischen Investitionsbank und der Internationalen Finanzkorporation finanziert.

Infrastruktur

Neben Boryspils immer beliebter werdendem Bahnhof „Train to the Plane“ planen Flughafenbeamte den Bau eines überdachten Busbahnhofs für 1 Million Dollar. Mit 16 Busstationen und einer Kapazität von 300 Passagieren pro Stunde würde der Bahnhof den Bewohnern der Regionen um Boyspil den Flugverkehr erleichtern. Der Flughafen macht aktuell zwei Drittel des ukrainischen Luftverkehrs aus.

Omelyan fordert die Rada auf, weitere 2 Milliarden Dollar in den Haushalt der Regierung für 2020 einzustellen, um die Reparatur und den Wiederaufbau von Hauptverkehrsstraßen, die die 24 regionalen Hauptstädte verbinden, fortzusetzen. Er bemerkte, dass die Straßenarbeiten in diesem Jahr zugenommen haben: „Es ist möglich, 10.000 Kilometer pro Jahr zu reparieren.“ Premierminister Groysman hat sich zum Ziel gesetzt, bis Ende 2021 alle Landeshauptstädte mit „hochwertigen“ Straßen zu verbinden.

Transport & Tourismus

Flugreisende, die von oder nach Kiew Sikorsky fliegen, kommen nun in den Genuß der neu eröffneten 24 Millionen Dollar teuren Erweiterung des Hauptterminals des Flughafens. Die Erweiterung verdoppelt Check-in-Schalter und Passkontrollkabinen, so dass der Flughafen 1.000 Passagiere pro Stunde abfertigen kann. Der Flughafen, der weitläufig als Zhuliany bekannt ist, ist nach Kiew Boryspil der zweitgrößte der Ukraine. Das Drehkreuz von Wizz Air verzeichnete im vergangenen Jahr ein Verkehrswachstum von 52%. Im ersten Quartal dieses Jahres stieg der Verkehr um 44% gegenüber dem Vorjahresquartal auf 638.100. Denis Kostrzhevsky, Miteigentümer von Master-Avia, dem Pächter des Flughafens, berichtet Reportern, dass er sich für ein 100 Millionen Dollar teures öffentlich-privates Projekt einsetzt, um die Landebahn um ein Viertel auf 3.000 Meter zu erweitern. Dies wäre lang genug, um die neuen Airbus A321-Jets von Wizz Air abzufertigen zu können.

Air France schließt sich British Airways als zweite europäische Fluggesellschaft an, die letzte Woche bekannt gab, dass sie Flüge in die Ukraine aussetzen wird. In diesem Winter, vom 27. Oktober bis 28. März, wird Air France seine Flüge Paris Charles de Gaulle – Kyiv Boryspil einstellen. Die Flüge sollen am 29. März wieder aufgenommen werden, wobei die aktuelle Frequenz zweimal täglich beträgt. Air France und UIA müssen sich mit neuen Wettbewerbern auf der Strecke Paris-Kyiv auseinandersetzen. Seit einem Monat fliegt die französische Fluggesellschaft Aigle Azur zwischen Kiew Boryspil und Orly. Am 11. Juni beginnt der ukrainische SkyUp zwischen Kiew Boryspil und Paris Charles de Gaulle zu fliegen. Letzte Woche kündigte British Airways an, dass sie die Flüge zwischen London Heathrow und Kiew Boryspil am 3. Oktober einstellen wird. Im Wettbewerb mit Ryanair und Wizz Air teilte British Airways mit, dass ihre Flüge nach Kiew „nicht mehr kommerziell rentabel“ seien.

 Die DTEK Holding schlägt vor, eine ihrer gemieteten estnischen Lokomotiven einzusetzen, um die Ladung auf einem 69 Kilometer langen Abschnitt der Ukzraliznytsia zwischen dem Wärmekraftwerk Zaporizhzhya und dem Bahnhof Tavriches zu transportieren. SCM‘s Lemtrans, Eigentümer von 20.000 Güterwagen, hat mehrere Lokomotiven für den Einsatz auf firmeneigenen Gleisen gemietet. Infrastrukturminister Volodymyr Omelyan hat versprochen, in diesem Jahr ein Pilotprojekt mit privaten Lokomotiven zu starten.

Die Flüge zwischen Oslo und Kiew, die für fünf Jahre unterbrochen wurden, kehren in diesem Herbst zurück, wobei SAS Airlines dreimal pro Woche von der norwegischen Hauptstadt nach Kiew Boryspil fliegt. „Diese Entscheidung ist ein weiterer Beweis für die bedeutende Stärkung der ukrainisch-norwegischen Beziehungen in den letzten Jahren„, sagte Vyacheslav Yatsyuk, Botschafter der Ukraine in Norwegen, über die Flüge, die am 26. Oktober beginnen. Ohne Zwischenstopps in Kopenhagen oder Stockholm wird SAS direkt fliegen und die 1.660 km lange Reise in 2:45 Stunden absolvieren.

Telekommunikation und IT

Der 5G-Mobilfunkdienst soll im nächsten Jahr in der Ukraine starten, so ein Dekret, das am 17. Mai von Präsident Poroshenko unterzeichnet wurde. Die Verordnung legt einen Zeitplan für die Vergabe der erforderlichen Frequenzen fest. Oleksandr Zhyvotovsky, Leiter der Nationalen Kommission für Kommunikationsregulierung, schreibt auf Facebook, dass diese Arbeit bis zum Herbst erledigt sein wird. Die Rada muss entsprechende Durchführungsvorschriften erlassen.

Angesichts der niedrigen Handyrechnungen der Ukrainer würde der Aufbau von 5G „Jahrzehnte“ dauern, um sich auszuzahlen, warnt Oleksandr Kohut, Direktor für Regulierungsangelegenheiten bei Kyivstar, dem größten Mobilfunkbetreiber der Ukraine. „Die Implementierung von 5G könnte den Kauf einer großen Anzahl von Frequenzen erfordern, deren Kosten angesichts der geringen Mobilfunktarife und der bestehenden Investitionsrisiken erst in Jahrzehnten zurückgezahlt werden könnten„, sagt er gegenüber Interfax-Ukraine. „Es ist notwendig, Bedingungen für die Verbesserung der Wirtschaft des Landes zu schaffen, den Steuerdruck auf die Branche zu verringern und sie an die europäischen Regulierungspraktiken anzupassen.“

Ein Jahr nach der Einführung von 4G haben etwa die Hälfte der Ukrainer Zugang zum schnellen Service, so separate Berichte der beiden größten Mobilfunkunternehmen des Landes, Kyivstar und Vodaphone. Kyivstar, mit 26,4 Millionen Mobilkunden, plant, bis 2022 jährlich etwa 110 Millionen Dollar zu investieren, um den 4G-Service zu erweitern, sagte Alexander Komarow, Firmenpräsident, kürzlich Reportern. Im Vergleich dazu hat Vodaphone etwa 20 Millionen Mobilkunden.

Volks- und Finanzwirtschaft

Clearstream, die internationale Wertpapierverwahrstelle der Deutsche Börse Gruppe, hat die Ukraine am Montag mit Desktop-Händlern auf der ganzen Welt verbunden alle ukrainischen Staatsanleihen international handelbar gemacht. Citibank wird als Korrespondenzbank und lokaler Betreiber des Clearstream-Kontos bei der Nationalbank der Ukraine fungieren. Das Finanzministerium sagt, dass diese Verbindung die Nachfrage nach ukrainischen Staatsanleihen erhöhen wird. In Erwartung eines Booms mit Clearstream haben ausländische Investoren ihre Bestände an ukrainischen Anleihen in diesem Jahr auf 1,5 Milliarden US-Dollar versechsfacht. Da Ausländer nur 5% dieser Schulden halten, wird erwartet, dass die Investitionen steigen werden. Oleg Churiy, der stellvertretende Gouverneur der Zentralbank, sagt voraus: „Die Schaffung eines einfachen Zugangs für ausländische Investoren zu ukrainischen Staatsanleihen wird langfristige Investitionen in Griwna-Instrumente fördern und den Bedarf des Staates an Finanzierungen in Fremdwährung bzw. Währungsrisiken verringern.“

Eine IWF-Überprüfungsmission nahm am Dienstag in Kiew ihre Arbeit auf und traf sich mit dem scheidenden Premierminister Groysman und Finanzminister Oksana Markarova. Am zurückliegenden Montag forderte Präsident Zelenskiy die Rada auf, ein neues Gesetz gegen die illegale Bereicherung zu verabschieden, eine wichtige Forderung des IWF vor der Genehmigung einer zweiten Tranche. Analysten prognostizieren, dass diese Tranche, wahrscheinlich für 1,3 Milliarden Dollar, erst nach den Radawahlen vom 21. Juli ausgezahlt würde. Nach diesen Wahlen könnte die Ukraine mit dem IWF über ein neues Programm verhandeln, berichtet der Zelenskiy-Berater Oleg Ustenko Interfax-Ukraine.

Die EBRD ist dabei, den ukrainischen Städten 250 Mio. € für die Modernisierung der Nahverkehrssysteme in Form von Darlehen zur Verfügung zu stellen. Am 24. Juli soll der EBRD-Vorstand das Projekt prüfen. Dazu gehört vor allem die Bezahlung neuer Busse, Trolleybusse, Straßenbahnen und U-Bahnen. „Die EBRD wird Darlehensverträge mit den entsprechenden Versorgungsunternehmen sowie Vereinbarungen über die Garantie und Unterstützung von Projekten mit den Städten unterzeichnen„, schreibt die EBRD. „Jedes Darlehen geht mit einer Garantie der Gemeinde einher.

Warum hatte die Entlassung der Rada durch Präsident Zelenskiy und der überraschende Rücktritt von Premierminister Groysman keinen Einfluss auf den Wechselkurs Griwna/Dollar?Für die Stabilität der Griwna müssen wir der Millionenarmee der Ukrainer danken, die zur Arbeit in die verschiedenen europäischen Länder aufgebrochen sind„, sagt der Ökonom Andrej Starowoitenko zu Glavred und zitiert die geschätzten 1 Milliarde Dollar an Überweisungen von Arbeitern, die monatlich in die Wirtschaft der Ukraine fließen. Der Wechselkurs von 26,3 Griwna zum Dollar hat sich in der vergangenen Woche kaum verändert. Durch den Präsidentschaftswahlkampf und die Übergabe stieg die ukrainische Währung um 5,5%. Analyst Alexander Okhrimenko erzählt Glavred, dass sich die „Politik der Ukraine [aktuell] außerhalb der Wirtschaft befindet“.

Arbeitsmarkt

Schätzungsweise ein Drittel der 65 Millionen in der Ukraine geborenen Menschen lebt heute außerhalb des Landes, teilte Zelenskiy in seiner Antrittsrede mit: „Wir brauchen Euch. Allen, die bereit sind, eine neue, starke und erfolgreiche Ukraine aufzubauen, werde ich gerne die ukrainische Staatsbürgerschaft gewähren. Sie müssen in die Ukraine kommen, nicht um sie zu besuchen, sondern um nach Hause zurückzukehren. Wir warten auf Sie. Es ist nicht nötig, Souvenirs aus dem Ausland mitzubringen, aber bitte bringen Sie Ihr Wissen, Ihre Erfahrung und Ihre Werte mit.“

Der Appell kommt, da die Auswanderung als Problem für die 2020er Jahre droht.

Es wird erwartet, dass der EU-Wettbewerb um ukrainische Arbeitnehmer zunimmt, so „Losing Brains and Brawn“: Auswanderung aus der Ukraine“, ein Blog des Kennan Institute Focus Ukraine von Denys Kiryukhin. Nachdem aggressiv ethnische Ungarn aus Transkarpatien rekrutiert wurden, schreibt er: „Es ist wahrscheinlich, dass die ungarischen Behörden die Einwanderungsgesetze für Migranten aus der Ukraine lockern werden, anstatt die Grenzen für Flüchtlinge aus dem Nahen Osten und Nordafrika zu öffnen“.

Es wird erwartet, dass Deutschland in den 2020er Jahren mit Polen um ukrainische Arbeitnehmer konkurrieren wird. Um qualifizierte Nicht-EU-Beschäftigte einzustellen zu können, soll das Zuwanderungsgesetz für qualifizierte Arbeitskräfte Anfang 2020 in Kraft treten, so Deutschland.de, eine Informationsseite der Regierung. „Derzeit sind rund 1,2 Millionen Arbeitsplätze unbesetzt. Ein neues Gesetz soll daher den Facharbeitern aus Ländern außerhalb der EU den Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt eröffnen. Es ist ein Einwanderungsgesetz….Fachkräfte sind willkommen zu bleiben.“

Die Bundesagentur für Arbeit muss nicht mehr prüfen, ob es geeignete deutsche oder EU-Bewerber gibt. Vorrangig werden Absolventen von Schulen mit ausländischer deutscher Sprache – PASCH – behandelt. In der Ukraine gibt es 46 dieser staatlich anerkannten Schulen, die fünftgrößte Anzahl in Europa nach Polen, Kroatien, Rumänien und Ungarn.

 

 

Die englische Originalversion stammt von unserem Partner UBN – Ukraine Business News. Weitere Informationen und ein Nachrichtenarchiv finden Sie unter: www.ubn.news.

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HWC beim Charity Lauf in Kiew

Im Rahmen unserer CSR Aktivitäten haben auch in diesem Jahr einige unserer Mitarbeiter am 27. Kastanienlauf der Stadt Kiew für wohltätige Zwecke teilgenommen.

In diesem Jahr werden die erzielten Einnahmen für notwendige Geräte und medizinischen Hilfsmittel für das Scientific and Practical Medical Center of Pediatric Cardiology and Cardiac Surgery MoH Ukraine verwendet.

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Wien, 20. Mai 2019, HWC Partner Sven Henniger, Moderator beim Ukraine Forum

 

 

 

 

Am 20. Mai veranstaltete die Wirtschaftskammer Österreich (WKO) in Zusammenarbeit mit der Ukrainischen Industrie- und Handelskammer das UKRAINE FORUM in den Räumen der WKO in Wien.

Nach den Eröffnungsworten von Richard Schenz, Vizepräsident der WKO, Valeriy Korol, Vizepräsident der Ukrainischen Industrie- und Handelskammer und S.E. Oleksandr Scherba, ukrainischer Botschafter in Österreich, führten die folgenden Vorträge in das Thema ein:

  • „Die neuesten Entwicklungen in der Agrar- und Ernährungswirtschaft in der Ukraine“

Stellvertreterin der amtierenden Ministerin für Agrarpolitik und Ernährung der Ukraine

  • „Wirtschaftliche Situation und Geschäftsbedingungen in der Ukraine“

Gabriele Haselsberger, Head of Advantage Austria in Kiew.

Im Anschluss wurden die verschiedensten Themen in drei Panels vorgestellt und diskutiert:

  1. „Doing Business in der Ukraine & Trends in Schlüsselbranchen“ moderiert von Gabriele Haselsberger mit folgenden Referenten und Themen:
  • Industrielle Modernisierung

Robert Reisebauer, VP Sales & Marketing Ukraine, Primetals Technologies Austria GmbH

  • Das ungenutzte landwirtschaftliche Potenzial der Ukraine

Ursula Bittner, Generalsekretärin und Sprecherin, Donau Soja

  • Immobilien, neue Arbeitswelten & Digitalisierung

Wolfgang Gomernik, CEO, Delta Holding, CEO & Partner Delta Ukraine

  • Tourismusentwicklung

Christopher Hinteregger, Geschäftsführer, PKF Touristikexperten

  1. Michael Angerer, Regional-Manager Eastern Europe/ Central Asia, Außenwirtschaft Austria, Austrian Federal Economic Chamber war Moderator des Panels „Regionen der Ukraine präsentieren ihre Prioritäten kommunaler Infrastrukturprojekte“ mit folgenden Sprechern:
  • Gennadiy Boldyr, Direktor für Internationale Beziehungen, Ukrainische Industrie- und Handelskammer
  • Sumy Region

Mykola Klochko, Leiterin der staatlichen Regionalverwaltung Sumy

  • Region Lemberg

Markian Malskyy, Österreichischer Honorarkonsul in Lviv, Partner, Anwaltskanzlei Arzinger

  • Khmelnitskyi Region

Nataliya Bielyakova, Präsidentin der Industrie- und Handelskammer Chmelnitskyi

  1. Sven Henniger, Partner bei Henniger Winkelmann Consulting (HWC LLC), moderierte das Panel „Rechtliche, steuerliche und finanzielle Aspekte der Geschäftstätigkeit in der Ukraine“.
  • Andreas Kettlgruber, Head of Cross-Border Business Management, Raiffeisen Bank International (RBI), hielt einen Vortrag über die aktuelle gesamtwirtschaftliche Situation in der Ukraine.
  • Mit Markian Malskyy, Partner von Arzinger Law Firm und Wilfried Serles, Managing Partner IB Interbilanz, diskutierte Sven Henniger die aktuellen rechtlichen Rahmenbedingungen und Herausforderungen, wie das relativ neue GmbH-Recht, das Sprachengesetz, die Justizreformen und Korruptionsbekämpfung sowie die anstehenden Änderungen im Erneuerbare-Energien-Gesetz. Gefolgt von Steuer- und Finanzthemen, den jüngsten Veränderungen im Bereich der Währungskontrolle, der Währungsstabilität in der Ukraine, dem aktuellen Steuerumfeld in der Ukraine und der noch bestehenden Hürden, die es beim Markteintritt in die Ukraine und bei Unternehmensaufbau in der Ukraine zu beachten gilt.

Die gesamte Veranstaltung wurde mit einem Networking-Cocktail und einem B2B-Meeting abgeschlossen. Rund 150 Teilnehmer nutzten diese großartige Gelegenheit, sich über die rechtlichen, steuerlichen und finanziellen Rahmenbedingungen der Ukraine und einige praktische Aspekte der Geschäftstätigkeit in der Ukraine zu informieren.

Ein Herzlicher Dank geht an Dr. Michael Angerer, Gabriele Haselsberger und ihre Teams für die Organisation dieser Veranstaltung und die Möglichkeit, als Moderator an dieser Veranstaltung teilzunehmen.

 

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Ukraine-Wirtschaftsnachrichten, Dienstag, 21. Mai 2019

 

 

 

 

Top Nachricht: Zelenskiy zum neuen Präsidenten vereidigt

Volodymyr Zelenskiy wurde am gestrigen Vormittag als neuer Präsident der Ukraine in der Rada vereidigt. In seiner Antrittsrede löste Selenskiy die Volksvertretung auf und empfahl den Regierungsmitgliedern ihren Rücktritt einzureichen.

  • Ausschreibungen: 100 Elektro-Trolleybusse für Lviv
  • Außenwirtschaft: Ukraine erlässt Einfuhrzölle auf russische Importe; Handelsdefizit der Ukraine stieg im 1. Quartal um 13%
  • Immobilienwirtschaft: Ukrposhta’s Maidan Hauptquartier: Ein Hotel?
  • Volks- und Finanzwirtschaft: Hryvnia Bond Fan Club erweitert sich; Überprüfungsmission des IWF
  • Landwirtschaft: Ausfuhren in die EU wachsen; Europäischen Landwirte beunruhigt über Darlehen der EBRD an MHP; Ukraine erreicht Rekordernte des Vorjahres; Ukraine vom globalen Brotkorb zum globalen Supermarkt? Diversifikation des Exports
  • Infrastruktur: Kiew startet Verkehrssicherheitsprogramm; Hälfte der Bahnhöfe erwirtschaften lediglich 2% des Umsatzes; EU-Ukraine-Projekte; Kiew beginnt mit dem Abschleppen illegal geparkter Autos
  • Transport & Tourismus: Ab 3. Juni wieder Flüge Kiew-Uzhgorod; UIA verdoppelt Flüge nach Kanada; Slowakei baut Schienenverbindungen mit der Ukraine aus; Exporte durch Seehäfen um 20% gestiegen, Flussverkehr um 60%; China-Ukraine Jets voll ausgelastet
  • Energie & Erneuerbare Energien: DTEK erwirbt Mehrheitsbeteiligung an Odessa-Oblenergo und Kyiv-Oblenergo
  • Sonstiges: Zelenskiy‘s konkrete Schritte; Kiew und Lviv Top 10 im weltweiten Ranking der „kostengünstigsten Städte“ für ausländische Investitionen

Ausschreibungen

Lviv unternimmt erste Schritte, um ein Darlehen von 50 Mio. EUR für den Kauf von 100 Elektro-Trolleybussen zu erhalten und die 210 km elektrifizierten Strecken der Stadt für Straßenbahnen und Trolleybusse zu modernisieren. Am zurückliegenden Montag hat der Stadtrat von Lviv eine Absichtserklärung abgegeben, um das Darlehen der Internationalen Finanzkorporation der Weltbank zu vergünstigten Konditionen aufzunehmen – einem Zinssatz von rund 5%, eine Rückzahlungsfrist von 13 Jahren und eine Nachfrist von drei Jahren. Eine Ausschreibung für die Busse soll noch in diesem Jahr veröffentlicht werden, mit dem Ziel, im nächsten Jahr Busse zu erhalten. Der Stadtrat nennt das Darlehen „eines der größten in der Geschichte der Gewinnung von Mitteln von internationalen Institutionen für die Stadtentwicklung“.

Außenwirtschaft

Die Ukraine beschleunigt die wirtschaftliche Trennung der Ukraine von Russland und erhebt ab dem 1. August einen neuen Zoll auf die meisten Einfuhren aus Russland. Der nicht spezifizierte Zoll, der als Prozentsatz des Wertes erhoben wird, gilt für alle Einfuhren, mit fünf Ausnahmen, die als strategisch angesehen werden: Anthrazitkohle, Kokskohle, Benzin, Flüssiggas und Arzneimittel.

Darüber hinaus verbot das Ministerkabinett alle Importe von Zement und Sperrholz aus Russland – 37 Millionen Dollar im vergangenen Jahr. Das Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Handel unterstützt ein breiteres Einfuhrverbot für russische Industriegüter, Düngemittel, Lebensmittel und Fahrzeuge. Premierminister Groisman teilte dem Kabinett mit: „Wir werden ein Embargo für Waren verhängen, die wir heute produzieren oder die wir ersetzen können.“

Die neuen Zölle und Verbote kommen, da das Handelsdefizit der Ukraine mit Russland im vergangenen Jahr auf 4,4 Milliarden Dollar gestiegen ist, 38% des gesamten Handelsdefizits der Ukraine. Die Einnahmen aus den neuen Einfuhrzöllen sollen in einen neuen Fonds für Investitionen in die „Einfuhrsubstitution“ fließen, so das Ministerkabinett der Ukraine. Die Entscheidung fällt zwei Wochen vor der Verhängung einer Reihe russischer Exportbeschränkungen in Richtung Ukraine – vor allem für Energieerzeugnisse.

Im ersten Quartal 2019 stieg das gesamte Handelsdefizit der Ukraine um 13% im Vergleich zum ersten Quartal 2018, berichtete der State Statistics Service am Mittwoch. Die Exporte stiegen um 7,4% auf 12,3 Milliarden US-Dollar. Die Importe stiegen um 7,9% auf 13,7 Milliarden Dollar. Die EU machte im ersten Quartal 43% der ukrainischen Warenausfuhren und ein Drittel der Dienstleistungsexporte aus.

Immobilienwirtschaft:

Das Hauptpostamt, ein stalinistisches Wahrzeichen auf Kiews Maidan, sollte verkauft werden, möglicherweise für die Nutzung als Hotel, empfiehlt Igor Smiliansky, Direktor von Ukrposhta. Er teilte mit, dass er Retailflächen im Gebäude an Rozetka, das E-Commerce-Unternehmen, und an Pf Retail LLC, eine Einheit von Vodafone Ukraine, vermietet. Er sagt, dass die historische Post Platz verschwendet und die Postzustellung verlangsamt, wenn Demonstrationen den Maidan blockieren. Die Postverteilzentren sollten von traditionellen Standorten in der Nähe von Bahnhöfen zu suburbanen Standorten in der Nähe von Ringstraßen wechseln. Dies eröffnet Immobilienentwicklern die Möglichkeiten. In der Nähe von Bahnhöfen können „Sie wunderbare Büros und Hotels eröffnen – es gibt absolut keine Notwendigkeit für Ukrposhta-Lkws, dorthin zu fahren und den Verkehr zu verstopfen„, sagte er Reportern am Donnerstag, als er den Jahresbericht der staatlichen Postgesellschaft vorstellte.

Volks- und Finanzwirtschaft

Naftogaz sieht September als das früheste Datum für den Eintritt in den Eurobond-Markt, sagte Koboljew auf der Concorde Capital-Konferenz. Erstens will das staatliche Energieunternehmen das Nachfrage- und Preisniveau für eine vom Finanzministerium bis Mitte Juni geplante Eurobond-Auflage abwarten. Aufgrund der aktuell hohen Auslandsnachfrage nach Griwna-Staatsanleihen, könnten lokale Anleihen laut Koboljew eine gute Finanzierungsquelle sein.

Der jüngste Anstieg der Auslandskäufe von Griwna-Bonds hat auch die Aufmerksamkeit der Staatsbahn Ukrzaliznytsia geweckt. „Wir sehen ein großes Interesse, viele Aktivitäten der ukrainischen und internationalen Akteure an diesem Instrument„, sagte Jewhen Kravtsov, CEO von UZ, auf der Concorde-Konferenz. In Bezug auf die Ausgabe von Eurobonds und die Kreditaufnahme bei EBRD und EIB fügte er hinzu: „Unsere Strategie besteht darin, einen solchen Mix zu nutzen und unser Portfolio weiterhin mit Griwna-Instrumenten zu ergänzen.“

Die International Finance Corporation hat ihre erste Emission von Griwna-Anleihen mit einem jährlichen Nominalzins von 15,75% ausgegeben, um ihre Aktivitäten in der Ukraine zu unterstützen. Die Anleihen wurden am Montag ausgegeben, rückzahlbar im Jahr 2020, sagte Jason Brett Pellmar, IFC-Manager für die Ukraine, Moldawien und Weißrussland. IFC, eine Einheit der Weltbank, besitzt ein AAA-Rating.

Die Überprüfungsmission des IWF kommt am heutigen Dienstag (21. Mai) in Kiew an und wird hier zwei Wochen lang arbeiten, teilte Mikhail Dovbenko, stellvertretender Vorsitzende des Finanz- und Bankenausschusses in der Rada mit. Eine positive Überprüfung sollte dazu ühren, dass in diesem Sommer eine Kredittranche des IWF in Höhe von 1,3 Milliarden US-Dollar ausgezahlt wird – und weitere Kredite zu Vorzugskonditionen von anderen internationalen Finanzinstitutionen freigesetzt werden.

Landwirtschaft

Der Absatz von Lebensmitteln in die EU stieg im ersten Quartal um 24%. Die Exporte erreichten 1,9 Milliarden Dollar und gaben der Ukraine einen Überschuss von 1,1 Milliarden Dollar, so Mykola Pugachev, stellvertretender Direktor des Instituts für Agrarwirtschaft. Bis zum 1. April hatte die Ukraine ihre jährlichen EU-Quoten für Honig, Mais, Zucker, Apfelsaft und Traubensaft vollständig ausgeschöpft. Hugues Mingarelli, EU-Botschafter in der Ukraine, sagte am Mittwoch auf einer Konferenz in Kiew: „Ich hoffe, dass es die Gelegenheit gibt, die Frage der Quoten zu diskutieren, insbesondere in der Landwirtschaft.“

„Die europäischen Landwirte sind beunruhigt über das Darlehen der EBRD an MHP, titelt GlobalMeatNews über die Genehmigung eines Darlehens in Höhe von 100 Mio. € durch die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung an den Kiewer Geflügelriesen zur Übernahme des slowenischen Geflügelverarbeiters Perutnina Ptuj. Europäische Geflügelhalter beschweren sich in Brüssel, dass MHP eine Gesetzeslücke nutzt, um die EU mit ihren Brustfilets zu überfluten. MHP teilte mit, dass seine Exporte im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 47% auf 93.000 Tonnen gestiegen sind. Es wurde jedoch nicht veröffentlich, welchen Anteil die EU ausmacht.

Gemessen an den Frühjahrspflanzungen und dem günstigen Wetter wird die Ukraine im nächsten Jahr etwas mehr Getreide exportieren als ihr prognostizierter Rekord von 50,4 Millionen Tonnen Exporten für dieses Jahr, prognostiziert das US Department of Agriculture. Unterstützt von einer Rekordernte im vergangenen Herbst exportierte die Ukraine bis Freitag 43,5 Millionen Tonnen Getreide und Hülsenfrüchte – 25% mehr als im Vorjahr. Das Wirtschaftsjahr endet Ende nächsten Monats.

Mit Blick auf die diesjährige Ernte prognostiziert USDA, dass die Weizenexporte um 15% auf 19 Millionen Tonnen steigen werden. Die Maisexporte werden um 8,5% von ihrem Rekordniveau auf 27 Mio. Tonnen im nächsten Jahr zurückgehen. Die Gerstenexporte werden mit 4,5 Millionen Tonnen fast auf dem Niveau dieses Jahres liegen. Insgesamt werden die Getreideexporte 50,7 Millionen Tonnen betragen, 300.000 Tonnen mehr als in diesem Jahr. Die Ernte wird den Rekord des Vorjahres leicht übertreffen und 72,1 Millionen Tonnen erreichen, ein Plus von 3% gegenüber dem Vorjahr, laut USDA.

Da die EU die niedrigste Ernte von Raps seit fünf Jahren voraussagt, könnte die starke Ernte der Ukraine diese Lücke schließen, berichtet Bloomberg. Bekannt für die Felder mit leuchtend gelben Blüten zu dieser Jahreszeit, wird Raps zu Speiseöl verarbeitet. Die EU hat ihre offizielle Produktionsprognose auf 19,2 Mio. Tonnen gesenkt. Aber ein britischer Ölsaatenhändler, der von Bloomberg befragt wurde, prognostiziert, dass die EU-Produktion unter 18 Mio. Tonnen fallen wird. Die Ukraine und Australien werden die Produktionslücke in der EU schließen, prognostiziert USDA.

Um vom globalen Brotkorb zum globalen Supermarkt zu werden, muss die Ukraine Weltklasse-Vermarkter ausbilden und ihre versprochene Exportkreditagentur eröffnen, um eine Risikoversicherung für Exporte von verarbeiteten Lebensmitteln anzubieten, so die UNIAN-Analyse von Yelizaveta Dorontseva. Letztes Jahr machten Rohstoffe 80% der 19 Milliarden Dollar, die die Ukraine an Lebensmittelexporten erwirtschaftet hat, aus, so der Ukrainian Club of Agrarian Business.

Butter, Honig und Sojaöl bieten die besseren Aussichten für den Export als verarbeitete, vorverpackte Produkte. Da die Lebensmittelexporte seit 2015 jedes Jahr zunehmen, hat die Ukraine gute Arbeit geleistet, indem sie sich von ihrer historischen Abhängigkeit von Russland diversifizierte, sagt UNIAN. Seit 2014 sind die Lebensmittelexporte der Ukraine nach China fast um das Siebenfache gestiegen. Im vergangenen Jahr haben ukrainische Produzenten 85 neue Auslandsmärkte für ihre Produkte erschlossen.

Oleh Bakhmatiuk Eigentümer der Avangard Holding, einer der größten Eierproduzenten der Ukraine, erzählt UNIAN: „Wir haben entschieden, uns nach dem Verlust von Vermögenswerten auf der Krim, Donezk und Luhansk im Jahr 2014 auf ausländische Märkte auszurichten. Wir exportieren unsere Produkte in den Irak, die VAE, Katar, Saudi-Arabien, Bahrain, Kuwait und Hongkong. Jetzt planen wir den Markteintritt in Singapur und etwa 20 afrikanische Länder.“

Infrastruktur

In diesem Sommer startet in Kiew ein vierjähriges, 90 Millionen Dollar teures Verkehrssicherheitsprogramm. Geplant sind: mehr Ampeln und Eingriffen bei Geschwindigkeitsübertretungen und Fahren ohne Sicherheitsgurt und Alkoholeinfluss. Die Hauptstadt, die mit einer wachsenden Zahl von Autos schlecht zurechtkommt, verzeichnet seit 2016 einen Anstieg der Zahl der Verkehrstoten um 48%. Getrennt davon stimmte die Rada am Donnerstag dafür, die Verhängung von Bußgeldern gegen Besitzer illegal importierter Autos aus der EU um 90 Tage auf den 24. August zu verschieben. Die Geldbußen werden bis zu 6.400 $ betragen.

Die Hälfte der Bahnhöfe von Ukrzaliznytsia erwirtschaften in Summe lediglich 2% des Umsatzes, teilte ein Bahnvertreter im Rahmen einer Kampagne mit, die die lokalen Regierungen unter Druck setzt, 300 unterdurchschnittlich erfolgreiche Verladestationen zu retten. Etwa 46% der 1.700 Stationen und Haltepunkte des Netzwerks kosten 300 Millionen Dollar, generieren aber nur 20 Millionen Dollar Umsatz, sagt Andriy Ryazantsev, Finanzdirektor der Staatsbahn. Ukrzaliznytsia, der siebtgrößte Schienengüterverkehrsträger der Welt, verfügt über 23.000 Kilometer Gleis.

Zwanzig EU-Ukraine-Projekte im Donaukorridor wurden am Mittwoch vom Ministerkabinett im Rahmen des Transnationalen Programms der EU für die Donau genehmigt. Mit einem Startkapital von 5 Mio. Euro sollen die Projekte in den Bereichen Verkehrsinfrastruktur, Energie, Umwelt und Tourismus den Gemeinden der Regionen Transkarpatien, Iwano-Frankiwsk, Tscherniwzi und Odessa zugutekommen.

Um das Gesicht Kiews von „post-sowjetisch“ auf europäisch zu ändern, plant Bürgermeister Klitschko im nächsten Monat mit dem Abschleppen illegal geparkter Autos zu beginnen. Ein Team von Parkinspektoren wurde eingestellt und ausgebildet, sagt er Interfax-Ukraine. „Wir werden die Schrauben bei Parkproblemen anziehen – es wird teuer, illegal zu parken, vor allem im Stadtzentrum“, sagte der Bürgermeister einer Stadt, in der Autofahrer kostenlos auf Gehwegen parken. Ohne Bußgelder und Abschleppen sind öffentliche Garagen halb leer. Um die Anzahl der Autos, die in das Zentrum fahren, zu reduzieren, baut Kiew Parkplätze in der Nähe wichtiger U-Bahn-Stationen.

Transport & Tourismus

Ab dem 3. Juni bietet Motor Sich Airlines wieder Flüge Kiew-Uzhgorod an, teilte Mikhail Rivis, Leiter des Regionalrates von Transkarpatien, Mukachevo.net mit. Die Flüge sollen direkt, montags, mittwochs und freitags erfolgen und mit den Motor-Sich-Flügen von Kiew Sikorsky nach Odessa abgestimmt sein. Mit Blick auf den Beginn der Tourismussaison beschloss der Rat von Transkarpatien einen nicht näher bezeichneten „Mechanismus der finanziellen Unterstützung des Fluges“.

Die UIA beginnt, die Frequenz ihrer Kiew-Toronto-Flüge auf vier pro Woche zu verdoppeln. Ein dritter Mittwochsflug begann letzte Woche. Ein vierter, Donnerstagflug, beginnt am 13. Juni. UIA-Präsident Juri Miroshnikow berichtet zudem avianews, dass er noch in diesem Jahr einen Direktflug von Kiew Boryspil nach Guanzhou oder Shanghai starten möchte.

Um die Zugfahrt zu Ukrzaliznytsias neuer internationaler Top-Destination zu erleichtern, können Tickets für alle Züge nach Polen nunmehr online gekauft werden, schreibt Jewhen Kravtsov, der CEO der Eisenbahn, auf Facebook. Die Bahn arbeitet auch an Online-Buchungen für den Autoverkehr mit der Bahn. In der Zwischenzeit können Passagiere, die in die GUS-Länder, einschließlich Russland, reisen, die Tickets online bezahlen, aber sie müssen Papiertickets an den Bahnhöfen abholen.

Die Exporte über die Häfen der Ukraine stiegen von Januar bis April um 20% im Vergleich zu den ersten vier Monaten des Vorjahres. Die Importe und Transitladungen gingen zurück, was zu einem Anstieg der Gesamtladung um 12% auf 49 Millionen Tonnen führte. Die Containerladungen stiegen um 19%, Eisenerz um ein Viertel und Getreide um ein Drittel. Dem Trend zu größeren Schiffen folgend, sank die Zahl der Frachtschiffe, die in ukrainischen Häfen anlegen, um 1% auf 3.787. Die Gewinner waren: Yuzhne, mit einem Umschlagplus von 20% auf 15,5 Millionen Tonnen, Mykolaiv von 20% auf 10,7 Millionen Tonnen und Chornomork von 21% auf 8,4 Millionen Tonnen. Verlierer war Odessa – der Frachtumschlag stieg nur um 5,5% auf 8 Millionen Tonnen und rutschte auf den vierten Platz im Land. Von den beiden asowschen Seehäfen wurde die Ladung nach Mykolaiv umgeleitet, um Verzögerungen durch russische „Inspektionen“ von Schiffen, die ukrainische Häfen anlaufen, zu vermeiden.

Die Fracht auf dem Dnipro ist bis April um 60% gestiegen, verglichen mit dem gleichen Zeitraum des Vorjahres. Der Anstieg der Ladung auf 2 Millionen Tonnen ist auf drei Faktoren zurückzuführen: ein mildes Wetter, das einen frühen Start der Flussschifffahrt ermöglichte, die letztjährige Rekorternte, die zu einer extremen Auslastung von Lkw und Zügen führte und die Investitionen von Nibulon in Flusshäfen und Binnenschiffe. Die Getreideladungen haben sich mit 1 Million Tonnen fast verdreifacht. Baufracht und Metallprodukte verdoppelten sich.

Mit der Wiederinbetriebnahme von EU-Spurstrecken aus der Habsburg-Zeit nehmen die Slowakei und die Ukraine am 9. Juni den Direktverkehr zwischen Košice, Slowakei und Mukachevo, Transkarpatien auf. Die Züge, die zweimal täglich auf einer 146 Kilometer langen Strecke verkehren, werden die Reisezeit um 40% auf vier Stunden verkürzen, berichtet die britische Railway Gazette. Die Züge werden gemeinsam von ZSSK, der staatlichen slowakischen Personengesellschaft, und Ukrzaliznytsia betrieben. Vor sechs Monaten startete UZ auf den gleichen EU-Spurstrecken einen eigenen Mukachevo-Budapest Zug.

Nach einer siebenjährigen Pause stellt die ZSSK am 9. Juni den Dienst auf einer 26 km langen Lokalstrecke in der Ostslowakei wieder her. Die Züge verkehren viermal täglich zwischen Bánovce nad Ondavou und Veľké Kapušany, fünf Kilometer westlich der Grenze zur Ukraine, in der Nähe von Uzhgorod.

Der Kiew-Peking-Flug der UIA macht einen 4-stündigen Umweg um Russland herum und kostet die ukrainischen Fluggesellschaft 120.000 Dollar mehr pro Flug, sagt Pavel Ryakivin, Generaldirektor von Kyiv Boryspil, dem Drehkreuz der UIA. Infrastrukturminister Volodymyr Omelyan erklärt Interfax-Ukraine, dass er nach einem „nichtdiskriminierenden Mechanismus“ sucht, um ukrainische Fluggesellschaften zu entschädigen, die durch das russische Überflugverbot geschädigt werden. Die tägliche Kiew-Peking-Flug fliegt mit einer 95% Auslastung und SkyUp’s neuer Flug von Kiew Boryspil auf Chinas Ferieninsel Hainan hat eine 97%-tige Auslastung, schreibt Omelyan’s Stellvertreter Viktor Dovhan in der Kyiv Post. Er sagt, dass der Fluggastverkehr zwischen China und der Ukraine im vergangenen Jahr 200.000 Menschen erreicht hat, doppelt so viel wie 2015. Es wird erwartet, dass das Wachstum der Fluggäste zwischen China und der Ukraine weiterhin mit 25 % pro Jahr wächst.

Energie & Erneuerbare Energien

Die Energieholding von DTEK hat Mehrheitsbeteiligungen an zwei der größten ukrainischen Stromerzeuger, Odessa-Oblenergo und Kyiv-Oblenergo, erworben, teilte das Unternehmen Interfax-Ukraine mit. Die Unternehmen wurden von VS Energy International NV erworben.

Sonstiges

Mit der präsidialen Macht ausgestattet, plant Zelenskiy in den kommenden Tagen „sehr konkrete Schritte“ zur Korruptionsbekämpfung, so Oleksandr Danylyuk, wirtschaftlicher Berater von Zelenskiy, am Donnerstag auf der internationalen Investitionskonferenz von Concorde Capital. Dazu gehören: die Wiedereinführung der Nationalen Agentur für Korruptionsprävention, die „schnellstmögliche Inbetriebnahme“ des neuen Hohen Anti-Korruptionsgerichts, die Zustimmung der Rada zu einem neuen Gesetz über die strafrechtliche Verantwortung für illegale Bereicherung und der „Schutz von Hinweisgebern“.

Präsident Zelenskiy sagte Führungskräften ausländischer Banken am zurückliegenden Dienstag, dass die makroökonomische Stabilität der Ukraine von einer unabhängigen Zentralbank, der weiteren Zusammenarbeit mit dem IWF und einer soliden Finanzpolitik abhängt, berichtet sein Pressedienst. Die Justizreform und der Schutz der Rechte von Investoren und Gläubigern seien Eckpfeiler für das Wirtschaftswachstum und die Gewinnung ausländischer Investitionen. Im Gespräch mit den Führungskräften der Banken, vor allem Ukrainer, sagte er: „Die Senkung der Zinssätze wird das weitere Wirtschaftswachstum ankurbeln. Aktuell haben die Ukrainer noch Angst und vertrauen den Banken nicht.“ Am Gespräch mit Zelenskiy nahmen teil: Aivaras Abromavicius, Oleksandr Danylyuk, Andriy Bogdan, Ivan Bakanov, Victoria Strakhov. Die teilnehmenden Banken waren: Alfa Bank, Citibank, Credit Agricole, Credit West, Deutsche Bank, Piräus Bank, Pravex Bank Intesa Sanpaolo, ProCredit Bank, Raiffeisen Bank Aval, SEB und Ukrsibbank BNP Paribas.

In einem weltweiten Ranking der „kostengünstigsten Städte“ für ausländische Investitionen belegte Kiew den fünften und Lviv den achten Platz, so fDi Intelligence, eine Einheit der Financial Times. In der jährlichen Umfrage „Smart Locations of the Future“ belegten die beiden ukrainischen Städte Top 10-Plätze in der Kategorie „Kosteneffizienz„. Kiew folgte auf Skopje, Sofia, Kaunas und Danzig. Bewertet wurden Kriterien wie: Kosten pro Quadratmeter Bürofläche der Klasse A, Löhne von Facharbeitern, Hotelpreise, Gewinnsteuersatz, Kosten für die Gründung eines Unternehmens, Registrierung von Eigentumsrechten und Anschluss ans Stromnetz.

 

Die englische Originalversion stammt von unserem Partner UBN – Ukraine Business News. Weitere Informationen und ein Nachrichtenarchiv finden Sie unter: www.ubn.news.

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Ukraine-Wirtschaftsnachrichten, Dienstag, 14. Mai 2019

 

 

 

 

  • Ausschreibungen: Seit Juli 2018 wurden 552 staatliche Immobilien versteigert; Hyundai plant Teilnahme an Ausscheibung der Kharkiver Metro; Auktionen für Öl- und Gasblöcke; 5G-Auktionen im nächsten Jahr
  • Außenwirtschaft: Polen verdrängte Russland als Hauptabnehmer ukrainischer Waren
  • Landwirtschaft: Lebensmittelexport steigt um 1 Milliarde US-Dollar im 1. Quartal; Ernte fast auf Rekordniveau des Vorjahres
  • Bergbau- und Stahlindustrie: Arcelor investiert 350 Millionen Dollar in die Stahlproduktion
  • Automobilindustrie/ -markt: Lithium-Vorkommen und Rahmenbedingungen Schlüssel für Zukunft der Automobilindustrie; KfZ-Import-Flut
  • Infrastruktur: Weitere Grenzübergänge erforderlich; Eröffnung Flughafen-Parkhaus; 25-jähriger Wachstumsplan für Boryspil
  • Transport & Tourismus: Ryanair stellt weitere Ukraine-Flüge nach Deutschland, Polen und in die Ukraine vor; Aserbaidschan, Kazakh Airlines profitieren von Russlands Verbot ukrainischer Überflüge
  • Erneuerbare Energien: VR Capital investiert in Solar
  • Volks- und Finanzwirtschaft: Inflation im April bei 8,8% gegenüber Vorjahr; Limits für Dividendenüberweisungen nahezu verdoppelt; Reuters‘ Analysten: Weitere Zinssenkungen in diesem Jahr; BIP-Wachstum sinkt auf 2,4%; Nächste IWF-Tranche
  • Sonstiges: Zelenskiy Vision: „Der Staat im Smartphone“

Ausschreibungen:

ProZorro, das am massiven Bestand an ungenutzten staatlichen Immobilien in der Ukraine knabbert, hat seit Juli letzten Jahres 552 staatliche Immobilien versteigert und 37 Millionen Dollar für die Staatskasse eingenommen. Der überwiegende Teil der Verkäufe dieser „kleinen Privatisierungen“ entfiel auf Immobilien. Im Dezember letzten Jahres haben diverse Gerichtsurteile die Privatisierungen großer Staatsunternehmen eingefroren.

Der US-Ukraine Business Council betont die Bedeutung der neuen Vereinbarungen zur Produktion von Öl und Gas in der Ukraine: „Die Ausschreibungsunterlagen sind im Mai fällig und die Zuschläge werden im Juni erwartet“. Dieser Prozess „wird weltweit als starkes und ernsthaftes Signal gesehen, dass die Ukraine das Klima für Energieinvestitionen ausbaut und dem privaten Sektor echte Möglichkeiten bietet, in der Ukraine zu investieren“.

Der scheidende Botschafter Südkoreas reagierte auf die Rede des Infrastrukturministers Volodymyr Omelyan, dass Hyundai eine Elektroautofabrik in der Ukraine baut. Botschafter Lee Yang-goo teilte mit, dass Hyundai plant, auf dem Erfolg seiner Züge im InterCity-Dienst der Ukraine aufzubauen und an einer Ausschreibung für 85 neue U-Bahn-Wagen im Rahmen des Ausbauplans der Kharkiver Metro teilzunehmen. Die EBRD und die Europäische Investitionsbank finanzieren die Hälfte des 320-Mio.-Euro-Projekts.

Ukrainische Unternehmen gewannen erneut alle Auktionen für Öl- und Gasblöcke, die nach den Regeln von ProZorro durchgeführt wurden. Am Donnerstag, in der zweiten Auktionsrunde, gewann der staatliche Gasproduzent UkrGazVydobuvannya sechs der sieben Lizenzen, die für 20 Jahre Exploration und Produktion gültig sind. Eine kleine, private Firma, Unified Oil and Gas Company, erhielt die siebte Lizenz. Im März, in der ersten Runde der elektronischen Auktionen, erhielten UGV und zwei private Gasproduzenten, Burisma Group, DTEK Oil & Gas, drei Lizenzen. Die dritte Lizenzrunde für neun Blöcke wird am 18. Juni sein, berichtet die WorldOil-Website.

Die Ukraine wird im nächsten Jahr 5G-Mobilfunkfrequenzen versteigern, sagte Infrastrukturminister Volodomyr Omelyan Reportern nach einem Treffen am Freitag mit der Nationalen Kommission für Kommunikation und Informationsregulierung. „Sie sehen eine große Perspektive in dieser Technologie“, sagte Omelyan. „Es ist das Ziel, dass die Ukraine im nächsten Jahr die ersten Lizenzen für 5G verkaufen kann.“ Letzten Monat startete Omelyan ein 5G-Pilotprojekt „Internet der Dinge auf Autobahnen„. Im vergangenen Jahr wurde der 4G-Service in der Ukraine eingeführt. Im vergangenen Monat haben Verizon, das führende amerikanische Mobilfunkunternehmen, und drei südkoreanischen Mobilfunkbetreiber den 5G-Service eingeführt.

Außenwirtschaft:

Polen verdrängte Russland als Hauptabnehmer ukrainischer Waren, da der Handel der Ukraine mit Russland im Vergleich zum Vorjahr um 11% auf 2,4 Milliarden Dollar zurückging. Im Zeitraum Januar-März verkaufte die Ukraine Waren im Wert von 818 Millionen Dollar an Polen, verglichen mit 759 Millionen Dollar an Russland. Während der Handel mit Russland zurückging, stieg der Handel der Ukraine mit der EU um 10% auf 9,5 Milliarden Dollar. Auf die EU entfallen 38% des Außenhandels der Ukraine.

Landwirtschaft:

Die ukrainischen Lebensmittelexporte stiegen im ersten Quartal um 22,5% und steigerten den Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast 1 Milliarde US-Dollar, berichtet Olga Trofimtseva, amtierende Ministerin für Agrarpolitik und Ernährung. Die drei wichtigsten Exportgruppen waren: Getreide – 45%, Öl – 22% und Ölsaaten – 7%. Die Spitzenprodukte waren: Mais – 33%, Sonnenblumenöl – 21% und Weizen – 11%. Top-Ziele waren: Asien – 41%; EU – 35%; Afrika – 15%; und GUS – 6%.

Nach der Rekordernte von 70 Millionen Tonnen im Vorjahr soll die Getreideernte der Ukraine in diesem Jahr um 2,3% auf 68,4 Millionen Tonnen zurückgehen, prognostiziert das Institut für Agrarökonomie. Während die Tierproduktion auf Vorjahresniveau verbleibt, soll die Eierproduktion um 3,4% und die Geflügelfleischproduktion um 7,4% wachsen. Im vergangenen Jahr waren die landwirtschaftlichen Großbetriebe die Lokomotiven der ukrainischen Landwirtschaft, deren Produktion um 12,1% wuchs, verglichen mit den familiengeführten Betrieben, die lediglich um 2,2% wuchsen.

Die Konferenz Grain Ukraine wird am 24. und 25. Mai Produzenten, internationale Händler und Regierungsvertreter in Odessa versammeln. Neben einem Vortrag der amtierenden Ministerin Trofimtseva und Paneldiskussionen über die Aussichten der Ukraine auf den Weltmärkten für Getreide und Strategien zur Behebung von Engpässen im Inlandsverkehr wird es eine Exkursion zum neuen Getreideterminal von M.V. Cargo in Yuzhne geben, eine einstündige Busfahrt südlich von Odessa.

Bergbau- und Stahlindustrie:

Der größte integrierte Stahlproduzent der Ukraine, ArcelorMittal Kryviy Rih, wird seine gesamten Gewinne aus dem Jahr 2018 – 350 Millionen Dollar – in die Modernisierung der Produktion investieren, berichtet das Unternehmen. Die Entscheidung wurde auf der ordentlichen Hauptversammlung der Gesellschaft am 25. April getroffen.

Automobilindustrie/ -markt:

Angesichts des boomenden Elektroautomarktes der EU sagt Omelyan, dass, wenn der Gesetzgeber Gesetze zur Förderung der Elektroauto- und Batterieindustrie verabschiedet, „wir am nächsten Tag eine Delegation zu Tesla schicken, um ihr erstes europäisches Werk in der Ukraine zu bauen„. Die Ukraine verfügt über die größten bekannten Lithiumvorkommen in Europa, ein wichtiger Bestandteil von Autobatterien. Eine Tesla-Batterie wiegt 540 kg und bietet der Ukraine einen Versorgungsvorteil für Europa, argumentiert Omelyan.

Die Erstzulassungen von importierten Gebrauchtwagen beliefen sich in den ersten vier Monaten dieses Jahres auf 207.000, das ist das Achtfache des gleichen Vorjahreszeitraumes. Dagegen wurden im gleichen Zeitraum 25.300 neue Pkw – alle Importe – zugelassen, 3% weniger als in den ersten vier Monaten des Vorjahres. Die Importflut ist auf niedrigere Steuern in der Ukraine und wachsende Restriktionen in Deutschland gegenüber Dieselfahrzeugen zurückzuführen. Von den Neuzulassungen gebrauchter Importe entfielen 53% auf Dieselmotoren, so der Branchenverband Ukravtoprom.

Infrastruktur:

Pünktlich zum Beginn der Sommerreisezeit eröffnet Kiew Boryspil am 23. Mai das erste mehrstöckige Parkhaus des Flughafens. Das Parkhaus, das durch einen überdachten Gehweg mit dem Terminal D verbunden ist, bietet Lang- und Kurzzeitparkplätze, Videoüberwachung und digitale Schilder, die anzeigen, wo freie Plätze zur Verfügung stehen. Das Kurzzeitparken wird etwa $1 pro Stunde kosten.

In den nächsten 25 Jahren werden 3,4 Milliarden Euro in die Erweiterung des Flughafen Borsypil investiert, um zukünftig 54 Millionen Passagiere abzufertigen – das Vierfache des heutigen Passagieraufkommens. Im Rahmen eines in der vergangenen Woche von der Regierung genehmigten langfristigen Entwicklungsplans würde sich die Landfläche des Flughafens um zwei Drittel auf 1.538 Hektar erhöhen, so Viktor Dovhan, stellvertretender Infrastrukturminister auf Facebook. Terminal D, der wichtigste internationale Terminal, wird stark erweitert und die zweite Start- und Landebahn erneuert. Nach einem Anstieg von 19% auf 12,6 Millionen Passagiere im vergangenen Jahr erwartet Boryspil in diesem Jahr einen Anstieg um 14% auf 14,4 Millionen Passagiere.

Ukrainer, die in Massen am Sonntag bedingt durch ihre „Visa-Freiheit“ nach Hause fahren, haben im Mai an den Grenzübergängen zwischen Polen und der Ukraine Staus von bis zu 500 Autos verursacht, berichtet der ukrainische Grenzschutz. Da der Grenzverkehr mit PkWs an der polnischen Grenze um 500.000 pro Jahr steigt, muss die Ukraine ihre Übergänge mit der EU von derzeit 18 verdoppeln, sagte Petro Tsyhykal, Leiter des Grenzschutzes, kürzlich gegenüber Channel 5. Er sagte, dass im vergangenen Jahr 100 Millionen Menschen die Grenzen der Ukraine überschritten haben.

Transport & Tourismus:

Mit einem aggressiven Angebot für den ukrainischen Markt von Wanderarbeitskräften stellt Ryanair einen Zeitplan für Herbst- Flüge in fünf neue deutsche Städte und acht neue polnische Städte vor. Von Odessa aus startet Ryanair Flüge in fünf polnische Städte: Krakau im Juli, dann Danzig, Katowice, Poznan und Breslau am 29. und 30. Oktober. Von Kharkiv aus startet Ryanair Flüge nach Krakau und Poznan sowie nach Vilinius, Litauen. Von Kiew Boryspil aus startet Ryanair im Herbst einen Flug nach Katowice und verdoppelt seine Frequenzen nach Warschau auf zweimal täglich. Ryanair fliegt bereits von Borsypil in fünf weitere polnische Städte. Mit Blick auf Deutschland startet Ryanair im Oktober Flüge von Boryspil nach Hahn, Karlruhe/ Baden-Baden, Nürnberg und Weeze sowie von Odessa nach Berlin-Tegel. Die österreichische Einheit Lauda startet im November Flüge nach Stuttgart.

Mit einem dreijährigen Vorsprung umfasst das ukrainische Flugnetz des Konkurrenten Wizz Air bereits 12 ukrainisch-polnische und 13 ukrainisch-deutsche Strecken. In diesem Sommer startet Wizz Air drei neue Flüge: von Kiew Sikorsky nach Lublin im Juni und nach Leipzig/ Halle im Juli; und im August von Kharkiv nach Krakau, eine neue Wizz Air Basis.

Motor Sich setzt seinen wöchentlichen Flug Kiew-Lviv-Uzhgorod aus, der erst vor zwei Monaten eröffnet wurde. Das Infrastrukturministerium arbeitet mit der Fluggesellschaft und den regionalen Behörden zusammen, um die Route zu fördern und tägliche Direktflüge Kiew-Uzhgorod für die Sommersaison in Transkarpatien einzurichten.

Die aserbaidschanische Low-Cost-Carrier Buta Airways nutzt das russische Verbot von Überflügen ihres Territoriums durch ukrainische Fluggesellschaften und erweitert die Flüge von Baku auf drei ukrainische Städte: Kharkiv, Kiew und Odessa. Nachdem Buta zwei Jahre lang nach Kiew Sikorskiy geflogen war, fügte er am Freitag Kharkiv hinzu. Am 16. Mai folgt Odessa. Die UIA hat einen Einzelflug von Kiew Boryspil nach Baku, der über das Schwarze Meer, um die Krim und über Georgien nach Süden führt, um Aserbaidschan zu erreichen.

Kasachstans neuer Discounter FlyArystan plant, in naher Zukunft in die Ukraine zu fliegen, sagt Peter Foster, Präsident der Muttergesellschaft Air Astana, dem Center for Transportation Strategies. Laut dem britischen CEO plant FlyArystan, in diesem Jahr 700.000 Passagiere zu befördern und seine Flotte in zwei Jahren auf 15 Passagierjets zu erweitern. Die UIA, die mit längeren und teureren Flugrouten nach Kasachstan konfrontiert ist, hat ihre Frequenzen nach Almaty reduziert und ihre Flüge nach Astana, dem heutigen Nur-Sultan, eingestellt.

Ab Freitag wird Ukrzaliznytsya seinen Boryspil Express Zug verdoppeln, so dass der Flughafen-Eisenbahn-Shuttle zu Spitzenzeiten 200 Passagiere befördern kann. Der 80 Griwna-Shuttle aus der Innenstadt von Kiew, der von der Kiewer Presse bei seinem Start im vergangenen November lächerlich gemacht wurde, hat sich als so beliebt erwiesen, dass die Passagiere oft für die 35-minütige Fahrt stehen.

Online-Käufe machen heute 56% der verkauften Fernverkehrstickets aus, gegenüber 50% im Vorjahr, berichtet Evhen Kravtsov, CEO von Ukrzaliznytsia. Seit der Inbetriebnahme im Jahr 2015 wurden mehr als 100 Millionen Bahntickets online gekauft.

Erneuerbare Energien:

Die VR Capital Group von Richard Deitz erweitert ihre Investitionen in der Ukraine, gründet ein Joint Venture mit Investment Capital Ukraine und erwirbt 50% der Anteile an 11 Solaranlagen mit einer Gesamtleistung von 127 MW in der Region Mykolaiv. Dies ist das dritte Joint Venture im Bereich der erneuerbaren Energien zwischen der ICU in Kiew und VR, so Avellum, die die ICU rechtlich beraten hat. Deitz ist seit 1994 Investor in Russland und war viele Jahre lang in Moskau ansässig. Laut Barron’s hatte sein Flaggschiff-Hedgefonds, VR Global Partners, L.P., Ende 2017 ein Vermögen von 4,4 Milliarden Dollar verwaltet.

Volks- und Finanzwirtschaft:

Mit Wirkung vom vergangenen Mittwoch hat die Zentralbank die monatliche Obergrenze für die Rückführung von Dividenden von 7 Mio. Euro pro Unternehmen auf 12 Mio. Euro angehoben. „12 Millionen Euro, deckt den Bedarf aller Unternehmen mit ausländischen Investitionen in der Ukraine“, sagt Oleh Churiy, stellvertretender Leiter der Nationalbank der Ukraine. „Wir sind uns jedoch bewusst, dass dieses Limit eine gewisse Barriere für neue Investoren darstellt. Unser Ziel ist es, das Limit weiter zu erhöhen.“ Evgeniya Akhtyrko von Concorde Capital schreibt: „Dies ist der jüngste Schritt der Zentralbank in ihrer ForEx-Liberalisierungskampagne. Es spiegelt das wachsende Vertrauen der NBU in die Situation auf dem ukrainischen Devisenmarkt und die Fähigkeit des Marktes wider, sich selbst zu regulieren.“

Die ukrainische Zentralbank wird in diesem Jahr mindestens eine weitere Senkung ihres Leitzinses vornehmen, so eine Umfrage von Reuters unter 12 Analysten. Fünf Analysten erwarten, dass der Zinssatz in diesem Jahr bei 16% liegen wird, nach 17,5% heute. Drei sehen den Leitzins am Jahresende bei 17%. Vor zwei Wochen hat die Nationalbank der Ukraine den Zinssatz von 18% gesenkt, die erste Senkung seit zwei Jahren. ICU schreibt: „Im Falle erfolgreicher Verhandlungen über die neue Tranche [IWF] und einem anhaltenden Rückgang des Verbraucherpreisindexes dürfte die NBU den Zinssatz während der Juni-Sitzung erneut senken (-50 Basispunkte) und ihn schließlich bis Ende des Jahres auf 16% reduzieren.“

Die Inflation im April lag bei 8,8% gegenüber dem Vorjahr, berichtet der State Statistics Service. Die Zentralbank prognostiziert, dass sich die Inflation bis Ende dieses Jahres auf 6,3% verringern wird. Der Durchschnittswert der Analysten von Reuters liegt bei 7,8%.

Mit einer erwarteten Inflation von unter 9% und einem Wechselkurs Hryvnia/Dollar von 26,5, der sich in drei Jahren kaum verändert hat, bleibt das Interesse ausländischer Investoren hoch. Ausländische Investoren halten nun 36,3 Mrd. Hryvnia (1,37 Mrd. USD) in Anleihen. ICU schreibt: „Unserer Meinung nach wurde ein großer Teil von ausländischen Investoren gekauft, höchstwahrscheinlich mit längeren Laufzeiten als gestern angeboten.“

Die Zinssenkung führte am Mittwoch zu einem Rückgang der Anleihenverkäufe um 19% bei der wöchentlichen Auktion der Zentralbank im Vergleich zur Auktion am 23. April. Bei der Auktion am 7. Mai verkaufte die Bank Anleihen im Wert von 411 Millionen Dollar – 166 Millionen Dollar in Dollar und den Rest in Griwna. Zusätzlich zum Verkauf von kündbaren Dollar-Anleihen zu 3,85% verkaufte die Bank 18-monatige Anleihen an 18 Bieter für 8,3 Mio. $ zu 7,25%. Die größte Nachfrage war nach viermonatigen Anleihen – 4,5 Mrd. UAH, die in 43 Geboten verkauft wurden, mit Zinssätzen von 18,25 bis 19%. Evgeniya Akhtyrko von Concorde Capital schreibt: „Wir gehen davon aus, dass die Nachfrage nach auf Griwna lautenden Anleihen hoch bleiben wird, da die Renditen weiterhin deutlich über der aktuellen Inflationsrate liegen werden. Darüber hinaus sieht die Investition in auf Griwna lautende Anleihen angesichts der anhaltenden Stabilität der Griwna als eine sehr lukrative Möglichkeit für Nichtansässige aus.“

Das reale BIP-Wachstum der Ukraine verlangsamte sich im ersten Quartal 2019 auf 2,4%, verglichen mit 3,5% im vierten Quartal 2018. Metalle, der größte Exportschlager nach Landwirtschaft und Arbeit, war aufgrund geplanter Reparaturen bei großen Bergwerken und Stahlherstellern lediglich auf Vorjahresniveau, berichtete die Nationalbank der Ukraine. Der Einzelhandel, Reisen und das Baugewerbe legten zu. Die Zentralbank geht davon aus, dass die Wirtschaft in diesem Jahr um 2,5% wachsen wird, nach 3,3% im Vorjahr.

In Sarajevo teilte Finanzministerin Oksana Markarova mit, dass die Ukraine „entweder auf Kurs oder gut positioniert“ sei, um alle Anforderungen des IWF-Programms zu erfüllen. Im Gespräch mit Bloomberg a mDonnerstag nach einem Panel auf der EBRD-Jahrestagung lehnte sie es ab, den Zeitpunkt der nächsten IWF-Tranche zu besprechen, und sagte, das Wichtigste sei, „auf Kurs zu bleiben„. Auf dem Panel sagte sie, dass die makroökonomische Situation der Ukraine „sehr gut“ sei.

Die Ukraine wird die nächste IWF-Darlehenstranche über 1,3 Milliarden Dollar bis Mitte Juli erhalten, prognostiziert Alexander Paraschiy, Leiter Research bei Concorde Capital, in einem Interview mit UNIAN. Er sagt, dass die Ukraine drei von vier grundlegenden Bestimmungen für die Tranche erfüllt hat. In diesem Monat kann die Rada ein viertes verabschieden: ein neues, verfassungsrechtlich einwandfreies Gesetz zur illegalen Bereicherung. „Basierend auf unserer Geschichte ist das ein sehr gutes Ergebnis„, sagt er. Eine Senkung der Gaspreise sollte kein Thema sein, da die Parität zu den Importen gewahrt bleibt. Die große Unbekannte sieht er in Igor Kolomoiskys Versuchen, die Verstaatlichung der PrivatBank von 2016 rückgängig zu machen.

Analysten von JP Morgan und UBS prognostizieren, dass politische Manöver im Vorfeld der Parlamentswahlen den Erhalt der zweiten Tranche in diesem Jahr verzögern werden. „Premierminister Groysman hat deutlich signalisiert, dass er sich von den Anforderungen des IWF entfernt, als er ankündigte, dass er bei den Parlamentswahlen kandidieren wird„, schreiben die JP Morgan-Ökonomen Nicolaie Alexandru und Trang Nguyen in einer Notiz. „Sowohl Zelenskiy als auch die meisten Politiker werden wahrscheinlich populistische Maßnahmen und nicht die vom IWF geforderten Reformen fordern.“ Unabhängig davon prognostizieren die Analysten der Schweizer Investmentbank UBS, dass sich die IWF-Tranche von 1,4 Milliarden US-Dollar in diesem Sommer verzögern wird, wenn die Rada keine neuen Anti-Korruptionsgesetze verabschiedet.

Wenn die westlichen Partner – einschließlich des IWF – die Zusammenarbeit aufrechterhalten, kann die Ukraine in diesem Jahr, einem Spitzenjahr für die Rückzahlung ausländischer Schulden, durchkommen, sagte Yakiv Smolii, Gouverneur der Nationalbank der Ukraine, am Freitag gegenüber G7-Botschaftern und IWF-Vertretern in Kiew. Wenn die Rada in zwei Wochen wieder an die Arbeit geht, sollen die Parlamentarier eine wichtige Forderung des IWF berücksichtigen: die Umgestaltung des Staatlichen Finanzdienstes in einen Steuerdienst und einen Zolldienst. Wenn die Ukraine Ende Mai ihre IWF-Überprüfung besteht, sollte sie eine IWF-Tranche von 1,3 Milliarden Dollar erhalten.

Sonstiges:

„Der Staat im Smartphone“, sagte Zelenskiy am Mittwoch während des Besuches der kanadischen Außenministerin Chrystia Freeland ist unser Ziel zur Reduktion der Korruption. „Wir wollen nicht über die Bekämpfung der Korruption reden, wir wollen sie besiegen„, sagte er. Dazu will sein Team die Kontakte der Ukrainer zu Bürokraten minimieren.

 

Die englische Originalversion stammt von unserem Partner UBN – Ukraine Business News. Weitere Informationen und ein Nachrichtenarchiv finden Sie unter: www.ubn.news.

 

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Ukraine-Wirtschaftsnachrichten, Dienstag, 7. Mai 2019

 

 

 

 

  • Gesetzesänderungen: Solar, Wind: Rada stimmt für den Wechsel von den höchsten Tarifen Europas zu Auktionen
  • Landwirtschaft: Mai-Regenfälle bereiten die Weichen für gute Ernten; Zweistelliges Wachstum bei Sonnenblumenöl, Geflügel und Eiern; Deutsche, Dänen planen Schweinehaltungsbetriebe; Norwegischer Investor zieht sich erfolgreich aus der Landwirtschaft zurück – neue Investitionen geplant?
  • Bergbau- und Stahlindustrie: Größte Trucks in der Ukraine transportieren Eisenerz in Kryvyi Rih; Eisenexporte steigen; Jaroslawski plant, in nächsten fünf Jahren 150-200 Mio. Dollar zu investieren; Black Iron plant Erzverarbeitungs- und Beschichtungsfabrik
  • Infrastruktur: Regionalflughäfen werden wiederbelebt; Erneuerung der Wasseraufbereitung in Mariupol
  • Transport & Tourismus: SkyUp mit ambitioniertem Sommerflugplan
  • Energie: Russland und Ukraine vor Gas Transit Gesprächen im Mai
  • Erneuerbare Energien: Investoren planen Milliardenbeträge für neue Solarinvestitionen bis 2020; Durch Investionen Erneuerbare Energien am schnellsten wachsendes Energiesegment
  • Arbeitsmarkt: Erfahrene Bergleute bei Donetskstal verdienen z.T. mehr als Kollegen in Polen und der Tschechischen Republik
  • Sonstiges: Katowice elftes Honorarkonsulat in Polen

 Gesetzesänderungen:

In den kommenden Tagen soll Präsident Poroschenko das bereits von der Rada verabschiedete Energiegesetz unterzeichnen und die Ukraine im nächsten Jahr von „grünen“ Tarifen auf „grüne“ Auktionen umstellen. Mit Beginn des nächsten Jahres sieht das Gesetz vor, dass alle Solaranlagen über 1 MW und alle Windparks über 5 MW an Energieauktionen teilnehmen. Eine bestehende 10%ige Tariferhöhung für die Nutzung von in der Ukraine hergestellten Geräten wird beibehalten. Das Gesetz zielt darauf ab, einen fairen Marktpreis für „grünen“ Strom zu schaffen, den Wettbewerb zwischen den Erzeugern zu fördern und die Kosten für „grünen“ Strom für die Verbraucher zu senken, so Sergey Savchuk, Leiter der staatlichen Energieeffizienzagentur.

Die neue Gesetzgebung „korrigiert einen Fehler – die höchsten Raten in Europa“, sagte Igor Naslik, Minister für Energie und Kohleindustrie, in der Rada. Ziel ist es, die Einspeisevergütung für Solaranlagen im nächsten Jahr um 25% und von 2021 bis 2023 um 2,5% pro Jahr zu senken. Für Windkraftanlagen über 2 MW soll die Einspeisevergütung im nächsten Jahr um 10% gesenkt werden. Die Energiepreise für Biomasse und Biogas bleiben unverändert. Die Einspeisevergütung ist ein Preis an die Produzenten für den Verkauf an den gemeinsamen Strompool.

Landwirtschaft:

Mit der Regenprognose für die nächsten Wochen in der gesamten Ukraine sind die Bauern zufrieden. Auf 2,1 Mio. Hektar wurde das frühe Frühjahrskorn angebaut – 10% mehr als im Vorjahr. Das sind 94% der geplanten Fläche, berichtet das Ministerium für Agrarpolitik und Ernährung.

Die Feuchtigkeit im Boden könnte die Ukraine auf den richtigen Weg bringen, um die Rekordernte des letzten Jahres von 70 Millionen Tonnen Getreide zu erreichen. Im benachbarten Russland könnte ein ähnliches Wetter die Getreideernte um bis zu 14% auf 129 Millionen Tonnen steigern, berichtet Reuters in einer Schlagzeile: „Gutes Wetter bringt Russland und die Ukraine auf Kurs für Großkornernte.“ Kasachstan, der andere große Produzent der Region, erwartet, die Ernte des Vorjahres von 20 Millionen Tonnen zu erreichen.

Mit zwei verbleibenden Monaten im Getreidewirtschaftsjahr haben die Landwirte 41 Millionen Tonnen exportiert und damit die 40 Millionen Tonnen, die im gesamten vorangegangenen Wirtschaftsjahr exportiert wurden, bereits übertroffen. Die Ukraine hat bis dato wie folgt exportiert: 23 Millionen Tonnen Mais und 14 Millionen Tonnen Weizen und 3,3 Millionen Tonnen Gerste. Dieses Volumen unterstreicht die Rolle der Ukraine als Welternährungsmacht. Die gesamten Exporte in diesem Jahr könnten 50 Millionen Tonnen erreichen.

Trotz der Beschwerden der Landwirte über die Bahntarife stieg die Getreidemenge, die von Güterzügen bewegt wurde, im ersten Quartal um 7% auf 28,6 Millionen Tonnen. In den letzten zehn Jahren hat Ukrzaliznytsia sein Getreidevolumen verdoppelt, von 15,5 Millionen Tonnen im Jahr 2008 auf 33 Millionen Tonnen im vergangenen Jahr, so Andrey Ryazantsev, Finanzdirektor der Staatsbahn, zum Center for Transportation Strategies.

Die Sonnenblumenölproduktion stieg im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr im Zeitraum Januar-März um 14% auf 1,5 Mio. Tonnen. Allein im März stieg die Sonnenblumenölproduktion um 23% im Jahresvergleich auf 527.000 Tonnen, berichtet der State Statistics Service. Die Ukraine ist der größte Exporteur der Welt, wobei Indien der Hauptabnehmer des Speiseöls ist. Im Jahr 2018 sank die Produktion im Vergleich zum Vorjahr um 8% auf 4,8 Mio. Tonnen.

Kernel, der größte ukrainische Sonnenblumenölproduzent, verzeichnete im ersten Quartal im Vergleich zum Januar-März des Vorjahres einen Anstieg des Ölabsatzes um 40% auf 389.600 Tonnen. Neben diesem Anstieg unterstreichen Kernels Zahlen die langsamen Fortschritte der Ukraine bei der Schaffung einer Sonnenblumenölmarke und dem Verkauf von Öl in Flaschen – einem höherwertigen Export. Der Absatz der Rohware von Kernel war 11 mal so hoch wie der Flaschenabsatz – 32.000 Tonnen. Im ersten Quartal stieg der Rohwarenabsatz um 41%. Der Flaschenabsatz blieb mit einem Wachstum von 30% hinter den Erwartungen zurück.

Niedrige Zuckerpreise und steigende Produktionskosten veranlassen die Zuckerproduzenten, den Zuckerrübenanbau in diesem Frühjahr um rund ein Viertel auf 210.000 Hektar zu reduzieren – das niedrigste Niveau seit fünf Jahren, berichtet Ukrtsukor, der Zuckerproduzentenverband. In der ersten Hälfte des Wirtschaftsjahres 2018/ 2019 sank der Zuckerexport um 10% auf 304.000 Tonnen, berichtet der Verband. In der letzten Zuckerraffinationssaison sank die Zuckerproduktion um 15% auf 1,7 Mio. Tonnen.

Bei Astarta, dem größten ukrainischen Zuckerproduzenten, sank der Zuckerabsatz im ersten Quartal um 42% im Vergleich zum Vorjahr. Die Zuckerpreise fielen um 15%. Durch die Verlagerung von Flächen im vergangenen Jahr auf Mais, Weizen, Gerste und Sonnenblumen stieg der Umsatz von Astarta um rund 21% auf 110 Mio. €, berechnet Concorde Capital-Analyst Alexander Paraschiy.

Die Exporterlöse der Ukraine aus Obst und Schalenfrüchten stiegen in den ersten beiden Monaten dieses Jahres um 22% auf 25 Millionen Dollar im Vergleich zum Januar-Februarzeitraum des Vorjahres. Die Exporte im Februar in Höhe von 25 Millionen Dollar waren laut EastFruit Informations- und Analyseplattform doppelt so hoch wie vor zwei Jahren.

Die Nachrichtenseite Pig Progress berichtet, dass dänische und deutsche Unternehmen trotz des Ausbruchs der afrikanischen Schweinegrippe planen, Schweinehaltungsbetriebe in der Ukraine zu eröffnen. In der Reportage „World of Pigs“ der Website wird berichtet, dass das dänische Unternehmen Agro East in Zhytomyr eine Farm mit einer Kapazität für 25.000 Schweine baut. In der Region Lviv werden von den deutschen Schweineproduzenten Poels Mastschweine und Tierproduktion Alkersleben zwei Betriebe mit insgesamt 10.000 Schweinen geplant. In der Region Iwano-Frankiwsk plant Goodvalley Ukraine, ein weiteres dänisches Unternehmen, 4 Millionen Euro in den Bau einer Fleischverarbeitungsanlage zu investieren.

Zwei neue Fälle von afrikanischer Schweinepest – einer in Ternopil und einer in Tschernivtsi – wurden am Donnerstag vom Staatlichen Dienst für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz gemeldet. Seit 2015 wurden etwa 400 Ausbrüche in Dutzenden von Betrieben gemeldet. Im vergangenen Jahr wurden in der Ukraine 145 Fälle des Virus gemeldet, der für Schweine tödlich ist. Wenn sich die Infektionen weiter ausbreiten, wird die Ukraine bis 2020 1,2 Millionen Schweine oder 150 Millionen Dollar verlieren, prognostiziert die Food Safety Agency.

Nach fast 250 Mio. Dollar für den Kauf eines Geflügelproduzenten in Slowenien plant MHP, der größte Geflügelproduzent der Ukraine, weiterhin Produzenten in der EU zu kaufen und in den Nahen Osten und nach Afrika zu expandieren, wie es auf der Website der Warschauer Börse heißt. Im Inland investiert MHP in die Erhöhung der Produktionskapazität in Vinnytsia um ein Drittel auf 840.000 Tonnen im Jahr 2022. Bis 2022 plant MHP, 420 Mio. Dollar für ausländische Käufe und die Steigerung der Inlandsproduktion auszugeben.

Da der Spielraum für Umsatzwachstum im Inland gering ist, plant MHP, die Exporte in diesem Jahr um 15% auf 330.000 Tonnen zu steigern, erklärt Victoria Kapelyushnaya, MHP-Finanzvorstand, gegenüber GlobalMeatNews. Im ersten Quartal lag der Absatz von Geflügel bei 164.000, ein Plus von 21% im Vergleich zum Vorjahr. Die Exporte stiegen um 93.000 bzw. 47% im Jahresvergleich auf 57% des Gesamtumsatzes. Andriy Perederey von Concorde Capital schreibt: „Der wichtigste EBITDA-Treiber des Unternehmens im Jahr 2019 wird ein Anstieg des Geflügelexportvolumens sein.“

Ovostar Union, ein führender Hersteller von Eiern und Eiprodukten in der Ukraine, eröffnete eine Tochtergesellschaft in Dubai und gab im vergangenen Jahr 3,3 Mio. Dollar für den Kauf von zwei Unternehmen aus der Region Kiew aus, berichtete die Gruppe in ihrem Jahresfinanzbericht. Im vergangenen Jahr waren die Absatzmärkte Ukraine – 55%; Mittlerer Osten – 26%, EU – 16% und andere Länder – 3%. Im vergangenen Jahr stiegen die Exporterlöse um 17% auf 56 Millionen Dollar.

In diesem Jahr plant Ovostar, die Legehennen um 13% auf 7,9 Millionen Stück zu erhöhen und die Eierproduktion um 14% oder 1,8 Mrd. Eier zu steigern. Die Berichte von Ovostar, die als OVO an der Warschauer Börse notiert ist, werden von Analysten in Kiew genauestens geprüft. Nach Berechnungen, dass der Umsatz des Unternehmens im ersten Quartal 30 Millionen US-Dollar oder 9 % weniger als im Vorjahr betrug, schreibt Androy Perederey von Concorde Capital: „Wir bleiben bei unserer neutralen Einschätzung der Ovostar-Aktie“.

Ein norwegisches Unternehmen, das teilweise im Besitz der norwegischen Regierung ist, hat letzte Woche seinen 3.000 Hektar großen Betrieb in der Region Sumy zu einem nicht veröffentlichten Preis veräussert. „Die Ergebnisse der Investition waren beeindruckend; jetzt freuen wir uns auf zusätzliche Investitionsmöglichkeiten in der Ukraine„, sagte Hans Christian Dall Nygard, regionaler Berater des Norways State Investment Fund. Andrew Kinsel, ein amerikanischer Anwalt, der in diese Transaktion beratend involviert war, sagte: „Der Verkauf von landwirtschaftlichen Immobilien ist üblich, Grundstückspachtverträge werden mit einer juristischen Person abgeschlossen und die juristische Person verkauft. Das Land selbst wird (meist) nicht verkauft, nur Mietverträge.“ Auch ohne einen privaten Ackerbaumarkt, sagte er: „Die Nachfrage im Agrarsektor ist groß. Ich sehe, dass die Käufer sehr aktiv sind.

Das Ukrainische Agro-Industrial & Food Forum, die größte derartige Konferenz außerhalb der Ukraine, findet am 28. Mai in Rotterdam statt. Das Forum, das voraussichtlich Führungskräfte aus 150 Agrarunternehmen anzieht, vereint zwei der weltweit führenden Exporteure und Innovatoren von Agrarnahrungsmitteln – die Niederlande und die Ukraine. Das Forum, das nun in seinem zweiten Jahr stattfindet, konzentriert sich auf Handel, Logistik und Infrastruktur, Finanzierung, Ag-Tech, Exportmärkte, Handel und Investitionen sowie die Förderung der Wertschöpfungskette.

Bergbau- und Stahlindustrie:

Die größten Lastkraftwagen der Ukraine befördern nun Eisenerz im nördlichen Eisenerzwerk von Metinvest in Kryvyi Rih. Die 2 Millionen BelAz-Muldenkipper können Lasten von fast 300 Tonnen Gestein in den Steinbrüchen transportieren, die zu einem der größten Eisenerzunternehmen Europas gehören. In diesem Jahr kauft Metinvest 16 dieser Monstertrucks. Bis zu diesen Anschaffungen konnten die größten Kipper der Ukraine 220 Tonnen transportieren. BelAz teilte mit, dass ukrainische Bergbauunternehmen 2.000 BelAZ-Lkws einsetzen, was einen Anteil von 90% der überdimensionalen Muldenkipper in der Ukraine entspricht.

ArcelorMittal Kryvyi Rih, das größte integrierte Stahlunternehmen der Ukraine, plant, die Eisenerzkonzentratproduktion in diesem Jahr um 10,5% auf 10,3 Mio. Tonnen zu steigern. Dies wäre ein Anstieg um 23% gegenüber dem Niveau von 2017. Um dieses Niveau zu erreichen, erhöht das Unternehmen seine Investitionen in Mining Trucks und Bulldozer in diesem Jahr um 46% auf 7 Millionen Dollar.

Alexander Jaroslawski plant, in den nächsten fünf Jahren 150-200 Millionen Dollar in zwei Immobilien zu investieren, die er seit 2017 gekauft hat – Sucha Balka, eine Eisenmine in Kryvyi Rih, und Dnipro Metallurgical Plant, ein Stahlwerk in Dnipro. Für die Eisenmine plant der Geschäftsmann, neue Ausrüstungen zu kaufen, Eisenreserven aus tieferen Schichten zu gewinnen und eine Verarbeitungsanlage zu bauen. Im Stahlwerk plant er den Bau einer Stranggießanlage.

Im März haben die Häfen der Ukraine 30,4 % mehr Eisenerz umgeschlagen als im gleichen Zeitraum des Vorjahres – mehr als doppelt so viel wie das Wachstum der gesamten Fracht i.H.v. 12,6 %, berichtet die Seehafenverwaltung.

Das in Toronto ansässige Unternehmen Black Iron (TSX: BKI) hat nach einem Grundstücksvertrag mit dem ukrainischen Verteidigungsministerium im März fast 1,2 Millionen US-Dollar an Privatplatzierungen aufgenommen. Im Rahmen des Abkommens wird die kanadische Minengesellschaft das Verteidigungsministerium für die Übernahme eines Truppenübungsplatzes entschädigen, um eine Erzverarbeitungs- und Beschichtungsfabrik für das Eisenerzprojekt Shymanivske in Kryvyi Rih zu bauen. Laut Black Iron hat die Lagerstätte 646 Millionen Tonnen an Ressourcen mit einem Eisenanteil von 31,6%.

Dmytro Khoroshun von Concorde Capital stellt fest, dass Glencore im Februar eine Vereinbarung mit Black Iron unterzeichnet hat. Er spekuliert, dass der schweizerisch-britische Bergbau- und Rohstoffriese der Investor der Privatplatzierung sein könnte, und schreibt: „Diese Nachricht ist sowohl für Black Iron als auch für das Image der Ukraine als Investitionsziel positiv, weil sie die Ernsthaftigkeit ausländischer Investoren bei Projekten wie Shymanivske zeigt“.

Infrastruktur:

Ein „radikales regionales Flughafen-Entwicklungsprogramm“ ist ein Schlüssel zum offiziellen Plan der Ukraine, den Fluggastverkehr bis 2030 auf 80 Millionen zu vervierfachen, berichtet die Nachrichtenseite von Aviation Voice. Um den Regionalverkehr von heute 25 % auf 50 % im Jahr 2030 zu steigern, sieht der Plan Investitionen in Höhe von 450 Mio. € vor, um die Flughäfen Charkow, Cherson, Lviv, Odessa und Saporizhia für Großraumflugzeuge zu modernisieren. Die Flughäfen Bila Tserkva, Cherkasy, Chernivtsi, Dnipro, Ivano-Frankivsk, Kryvi Rih, Mariupol, Mykolaiv, Poltava, Rivne, Sumy, Ternopil, Uzhgorod und Vinnytsia werden für Boeing 737 und Airbus A320 aufgerüstet.

Inlandsflüge sollten bis zum nächsten Jahr nach Mariupol zurückkehren, sagt Infrastrukturminister Volodymyr Omelyan gegenüber Delo.ua. Sein Ministerium und das Militär prüfen sichere Landeanflüge auf den nur 35 Kilometer westlich der Frontlinie gelegenen Flughafen der Region Donezk. Die Landebahn Mariupol, die derzeit für Versorgungsflüge des Militärs genutzt wird, gilt als besser in Form als die Konkurrenz für zivile Flüge: Kramatorsk, ebenfalls im Gebiet Donezk, und Berdyansk, 80 km westlich von Mariupol.

Die Regierung investiert in die beiden Häfen des Asowschen Meers der Ukraine und hat in diesem Monat Ausschreibungen für die erste große Baggerung seit einem Jahrzehnt von Mariupol und Berdyansk an Azimut Specialized Technical Bureau LLC, ein ukrainisches Unternehmen, vergeben. Mit dem von ProZorro Online-Auktionen bestimmten Gewinner belaufen sich die beiden Verträge auf 27 Millionen Dollar.

Frankreich gewährt ein zinsgünstiges Darlehen in Höhe von 64 Mio. EUR für die Trinkwasserversorgung von Mariupol. Die am Donnerstag von der Rada genehmigte Vereinbarung beinhaltet ein30-jähriges Darlehen mit einer tilgungsfreien Zeit von 10 Jahren und einem Jahreszins von weniger als 1% zum Bau moderner Wasserfilterstationen und zur Modernisierung von Stadtwasserleitungen, um Lecks von Trinkwasser und Abwasser zu beseitigen. Frankreich ist führend in diesem Bereich und exportiert Wasserversorgungstechnologien in die ganze Welt.

Transport & Tourismus:

Gestützt durch die Ankunft der siebten Boeing 737 in der vergangenen Woche startet SkyUp einen ambitionierten Sommerflugplan. Von Kiew Boryspil aus wird die neue ukrainische Low-Cost-Airline Flüge nach: Alicante, Batumi, Bodrum, Burgas, Catania, Faro, Heraklion (Kreta), Neapel, Palma de Mallorca, Pula (Kroatien), Odessa, Rimini, Split, Teneriffa-Süd, Varna und Eriwan. Von Lviv startet SkyUp Flüge nach: Alicante, Antalya, Monastir (Tunesien) und Tivat (Montenegro). Von Kharkov gehen die neuen Flüge von SkyUp nach: Barcelona, Kutaisi, Larnaca, Monastir, Odessa, Paris-CDG, Rimini, Tirana und Tivat.

SkyUp fliegt seit letzter Woche von einem neuen Regionalflughafen aus – Kryvyi Rih. SkyUp fliegt nach Sharm El Sheikh und nach Antaliya. Noch in diesem Jahr möchte SkyUp von Cherkasy aus fliegen.

Der neu eröffnete Flughafen von Poltava plant noch in diesem Jahr Flüge nach Polen und im nächsten Jahr nach Spanien und Israel aufzunehmen, so Volodymyr Okary, der Direktor des Flughafens gegenüber Zmist Newsite. In diesem Frühjahr wurde der Flughafen mit SkyUp-Charter nach Sharm el Sheikh und Antalya, Türkei, wiedereröffnet.

Nach der Wiedereröffnung im vergangenen Dezember beförderte der Flughafen Mykolaiv im ersten Quartal 4.300 Passagiere. Das Wachstum soll sich fortsetzen, wobei SkyUp ab Mittwoch einen Flug nach Antalia und MotorSich im nächsten Monat Flüge nach Kiew Sikorsky startet.

Bis zur Fertigstellung der neuen Start- und Landebahn von Odessa im Herbst dieses Jahres wird Ryanair die größte Fluggesellschaft der Stadt werden, mit ganzjährigen Linienflügen in fünf EU-Städte. Ein Flug geht nach Berlin und vier nach Polen – Danzig, Katowice, Krakau und Wroclaw. Der Flug nach Krakau beginnt am 16. Juni. Die anderen Flüge beginnen am 29. Oktober.

Die Nachricht, dass Lufthansa kürzlich den Flughafen Zaporizhia inspiziert hat, machte auf den am schnellsten wachsenden Flughafen im Südosten der Ukraine aufmerksam und auf das 12.000 Quadratmeter große neue Terminal, das im Herbst dieses Jahres eröffnet wird. Das für 400 Passagiere pro Stunde errichtete Terminal wird in Kürze von neun Fluggesellschaften zu 12 Zielen, darunter Barcelona, Istanbul und Warschau, angeflogen. Dnipro, eine Stadt mit 1 Million Einwohnern – ein Drittel mehr als Zaporizhia – hat dagegen vier Fluggesellschaften, die vier Städte anfliegen. Um Passagiere von seinem Konkurrenten abzuwerben, startete Zaporizhia kürzlich eine direkte Busverbindung vom Zentrum Dnipros zum Flughafen Zaporizhia, eine 100 km lange, 90-minütige Fahrt.

Energie:

Aufgrund von Reparaturen an der russischen Jamal-Europa-Gasleitung stieg das Volumen des durch die Ukraine in die EU gelieferten russischen Gases im ersten Quartal um 5,3% auf 20 Milliarden Kubikmeter. In einer Woche im April stieg das Transportvolumen um 25% auf 300 Millionen Kubikmeter pro Tag. Diese Flexibilität macht das ukrainische Gasleitungssystem für die Energiesicherheit Europas in den 2020er Jahren unerlässlich, schreibt Naftogaz CEO Andriy Kobolyev auf seiner Facebook-Seite.

Die Ukraine und die EU planen, Gazprom einen Zehnjahresvertrag mit einer Abnahmegarantie von 60 Milliarden Kubikmetern pro Jahr anzubieten.Die Ukraine wird eine Kapazität von 90 Milliarden Kubikmetern pro Jahr bereitstellen“, informierte Jurij Vitrenko, Exekutivdirektor von Naftogaz, Reportern letzte Woche. „Dreißig Milliarden Kubikmeter werden als Kapazität anderen Unternehmen zur Verfügung gestellt.“ Er berechnet, dass die Ukraine auf dieser Ebene ihre jährlichen Transitgebühren auf dem derzeitigen Niveau von 3 Milliarden Dollar halten würde.

Wenn Russland im nächsten Jahr das Gas in die Ukraine abstellt, plant Naftogaz, die Ströme in der Hauptpipeline umzukehren, so dass die Slowakei Gas nach Osten in die Ukraine pumpen kann, sagt Vitrenko gegenüber NV Business. Zu diesem Zweck wird aktuell eine wichtige Verdichterpipeline in Bar gebaut, 70 Kilometer südwestlich der Stadt Vinnytsia, um. Um die Verhandlungsposition mit Russland zu stärken, plant Naftogaz, in diesem Sommer alle vorhanden Speicher zu füllen, damit die Ukraine die Heizsaison eines normalen Winters überstehen kann. Die Ukraine verfügt über die größte Gasspeicherkapazität in Osteuropa – 31 Milliarden Kubikmeter.

Erneuerbare Energien:

Erneuerbare Energie – vor allem Solar und Wind – wird in diesem Jahr die am schnellsten wachsende Energiequelle in der Ukraine sein, prognostiziert das Ministerium für Energie und Kohleindustrie. Die erneuerbaren Energien werden sich mit einem Plus von 127% auf sechs Gigawatt mehr als verdoppeln. Der Nuklearbereich wird um 1,2% auf 83,4 Gigawatt zurückgehen. Wärmeenergie – Kohle und Gas – wird um 2% auf 46,5 Gigawatt sinken. Die Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen werden um 6,6% auf 11,7 Gigawatt steigen. Große Wasserkraftwerke werden um 23% auf acht Gigawatt sinken.

Im ersten Quartal 2019 entfielen 80% der 860 MW neu installierter erneuerbarer Energieleistung auf Solar, berichtet Savchuk, der Direktor für Energieeffizienz. Von den drei Gigawatt installierter erneuerbarer Leistung in der Ukraine entfallen 71% auf die Solarbranche.

Die hohen „grünen Tarife“ erhöhen die Stromkosten, erzeugen aber wenig Strom aus erneuerbaren Energien, schreibt Katya Gorchinskaya in einem Artikel von Politico mit dem Titel: „Die grünen Oligarchen der Ukraine„. Die aktuellen Tarife der Produzenten, in Eurocent pro 100 Kilowattstunden, sind: Solar – 15 bis 16 Cent; Wind – 10,2 Cent; Kleinwasserkraft 10 bis 17 Cent; thermisch – 5,8 Cent; nuklear 1,7 Cent. Infolgedessen stellten die erneuerbaren Energien im vergangenen Jahr 1,9% der Elektrizität des Landes zur Verfügung, machten aber 8,6% der 5,5 Milliarden Euro Stromrechnung des Landes aus.

DTEK, heute der größte ukrainische Solarproduzent, erklärt gegenüber Politico, dass fünf Jahre Subventionen erforderlich seien, um die ukrainische Industrie für erneuerbare Energien zu starten: „Investitionen in erneuerbare Energien haben sich neben dem Agrar- und IT-Sektor zum drittattraktivsten Sektor für Direktinvestitionen in der Ukraine entwickelt.“ DTEK, im Besitz von Rinat Akhmetov, ergänzt: „Wie in anderen Ländern war die Einführung eines spezifischen Regulierungsrahmens ausschlaggebend für die Entscheidung von DTEK und anderen Investoren, Investitionen in diesem Sektor zu fördern, und eine Voraussetzung dafür, langfristige ausländische Kredite für die Finanzierung der benötigten importierten Ausrüstung anzuziehen.“

Michael Yurkovich, CEO von TIU Canada, verfügt in der Südukraine über zwei Solaranlagen mit insgesamt 24 MW. Er arbeitet an zwei weiteren Anlagen in Odessa für weitere 32 MW, sagte er kürzlich gegenüber Renewables Now: „Die Anleger müssen darauf vertrauen können, dass es ein anhaltendes Engagement für erneuerbare Energien gibt, dass während des Investitionszyklusses ein einheitliches Maß an Unterstützung besteht, dass ein unterstützendes regulatorisches Umfeld besteht, dass die Verteilung der Unterstützung transparent ist und dass für alle Investoren gleiche Wettbewerbsbedingungen gelten.“

Über 1 Milliarde Dollar an Solarprojekten sind in diesem Frühjahr im Bau, wobei der Sonnenuntergang am 31. Dezember das Ende der hohen grünen Tarife einläutet. Im Zuge der Anpassung an ein neues Auktionsregime planen die Investoren bis 2020 Milliarden von Dollar für zusätzliche Investitionen. Die Investitionstätigkeit konzentriert sich hauptsächlich auf die drei sonnenreichsten südlichen Regionen der Ukraine – Mykolaiv, Cherson und Odesa.

Hier ist ein sicherlich nicht vollständiger Überblick:

In Mykolaiv befinden sich 400 MW Solarkapazität im Bau oder in der Planungsphase. Zu den Investoren ausländischer Investoren gehören: Estonia Energy Invest, die türkische Eko Yenilenebiler Enerjiler AS und die norwegische Scatec Solar. Mit einer EBRD-Finanzierung baut Scatec zwei Mykolaiv-Solaranlagen und investiert insgesamt 232 Millionen Euro in den Aufbau von 197 MW Leistung.

In Kherson baut Scatec über Atlas Capital Energy LLC in diesem Frühjahr eine 50 MW-Solarstation in Hola Prystan. Mit rund einem Dutzend Unternehmen in der Ukraine arbeitet Scatec an 414 MW Projekten – 251 MW im Bau und 163 MW in der Entwurfs- und Genehmigungsphase, berichtet Interfax-Ukraine.

Die Arab Investment and Development Authority, AIDA, unterzeichnete letzten Monat in Dubai einen Vertrag mit STC Energy Ukraine über 2 Milliarden Dollar für Solarkraftwerke in der Ukraine. In der ersten Phase sollen Solaranlagen mit einer Gesamtleistung von 170 MW gebaut werden, gemäß der Vereinbarung, die vom AIDA-Vorsitzenden Adil Al Otaiba, STC Energy CEO Natalia Tykhonova, unterzeichnet wurde, berichtet die Emirates News Agency.

In der Region Kirowohrad ist geplant, bis 2023 46 Solarstationen mit einer Erzeugungskapazität von 500 MW in Betrieb zu nehmen, berichtet EcoTown News Site. Fast die Hälfte davon stammt aus drei Solaranlagen mit insgesamt 190 MW, die DTEK bis Ende dieses Jahres in Betrieb nehmen will.

Im Nikipol-Distrikt der Region Dnipro eröffnete DTEK Anfang des Monats einen 200-MW-Solarpark, den zweitgrößten in Europa. Aktuell baut DTEK Renewables in der Nähe einer 200.240 MW Solarpolaranlage, die in diesem Jahr in Betrieb gehen soll.

Zu den Investoren gehören Unternehmen aus Belgien, Dänemark, Irland, Litauen und der Türkei, die in der zentralukrainischen Region Zhytomyr rund ein Dutzend Solarprojekte für über 100 MW realisieren. Um den Ruf der Region als solarfreundlich zu begründen, hat die Regionalverwaltung Zhytomyr im vergangenen Jahr 14 Memoranden mit Solarinvestoren unterzeichnet.

Das türkische Emsolt baut im Frühjahr dieses Jahres 20 MW Solarkapazität an zwei Standorten, in Zhytomyr und Chmelnitsky. Das Unternehmen hat 85 MW bereit für den Bau und weitere 50 MW in der Entwicklung, berichtet UNIAN.

Die Kness Group, das in Vinnytsia ansässige Engineering-, Beschaffungs- und Bauunternehmen, baut in diesem Jahr in der Ukraine 500 MW Solarkapazität. Dies fügt 500 MW in Projekten hinzu, die das Unternehmen in früheren Jahren bereits realisiert hat, sagte Jewhen Didichenko, Mitbegründer von Kness, auf einer kürzlich von der Firma GOLAW in Kiew organisierten Konferenz über erneuerbare Energien.

Zwei japanische Unternehmen, Green Power Development Japan und Deloitte Touche Japan, sprechen mit der Energie- und Kohleindustrie über den Bau von Solaranlagen mit einer Gesamtleistung von bis zu 1,2 GW in der Sperrzone von Tschernobyl, berichtet Interfax Ukraine. Neben dem Symbolwert des Solarbaus am Ort der Atomkatastrophe von 1986 wollen die Solarentwickler auch bestehende Stromübertragungsleitungen nutzen.

Die Region Odessa verfügt nun über 500 MW installierte Solarleistung, darunter ein im Januar in Betrieb genommenes 260-MW-Projekt. Von der Donau bis zur Grenze zu Mykolaiv verfügt Odessa heute über 23 Solaranlagen in der Größe von weniger als 50 MW. Die spanische Acciona Energia Global strebt eine Genehmigung zum Erwerb der Mehrheit an zwei Solarprojekten in Izmail an, die sich im Besitz von UDP Renewables von Vasyl Khmelnytsky befinden.

Mit der intensivierten Sonnenenergienutzung steht der Süden von Odessa zunehmend vor dem Problem der Überlastung der Tagesstromversorgung der lokalen Stromnetze. Um dies zu vermeiden, entwickeln die französische Firma RTE International und Ukrenergo den ersten Energiespeicher der Ukraine. RTE International ist eine Einheit von RTE, dem französischen Stromnetzbetreiber. Die erste Phase der Arbeiten wird durch einen Zuschuss des französischen Wirtschafts- und Finanzministeriums in Höhe von 560.000 € finanziert.

Arbeitsmarkt:

Einige erfahrene Bergleute, die bei Donetskstal arbeiten, verdienen heute mehr als ihre Kollegen in Polen und der Tschechischen Republik, berichtet Ildar Saleev, Generaldirektor des Unternehmens, gegenüber Channel 24. Im Wettbewerb mit den mitteleuropäischen Minen um Arbeitskräfte sagte er, Donetskstal erhöhe die Gehälter für die 10.000 Beschäftigten in den acht Einheiten des Unternehmens um durchschnittlich 15%. Er sagte, dass die Gehälter der Bergleute in der Mine Pokrovskoe 76% höher sind als der Durchschnitt der Ukraine und 43% höher als der Durchschnitt der Region Donezk. Derzeit hat das Unternehmen „Hunderte von freien Stellen“ für Fahrer, Schlosser, Schweißer und Bergleute, mit monatlichen Gehältern zwischen 370 und 1.300 US-Dollar.

Sonstiges:

Mit bis zu 2 Millionen Ukrainern, die in Polen arbeiten und studieren, hat die Ukraine in Katowice ihr elftes Honorarkonsulat in Polen eröffnet. Darüber hinaus gibt es vier Konsulate: Danzig, Krakau, Lublin und Warschau.

 

Die englische Originalversion stammt von unserem Partner UBN – Ukraine Business News. Weitere Informationen und ein Nachrichtenarchiv finden Sie unter: www.ubn.news.