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    • Gesetze und Verordnungen: Zentralbank hebt weitere Fremdwährungsbeschränkungen auf
    • Ausschreibungen: Weitere staatliche Immobilienveräusserungen via ProZorro geplant
    • Volks- und Finanzwirtschaft: Einzigartige Chance, wenn…; Nachfrage nach Hryvnia-Staatsanleihen ist weiterhin hoch
    • Landwirtschaft: Getreideernte beginnt in der gesamten Ukraine; Gehälter steigen; Neue Silos, Flusshafen und Schwarzes Meer Terminal für die Ernteabwicklung; Ukraine drittgrößter Nahrungslieferant für die EU
    • Automobilindustrie/ -markt: Erstzulassungen von importierten Gebrauchtwagen in erster Jahreshälfte bei 250.100; Im ersten Halbjahr 39.500 Neuwagen verkauft; Elektroauto-Boom
    • Infrastruktur: Regierung plant 3 Mrd. Dollar für Straßenarbeiten in 2020
    • Transport & Tourismus: Ukrzaliznytsia – neue Strecke, Investionen, Anleihe; UIA und SkyUp – Busse zum Flug; Fährverbindung zwischen Bari, Italien und Chernomorsk? Fähre Orlivka-Isaccea, Rumänien am 1. September eröffnet
    • Energie und Erneuerbare Energien: Beendigung eines 23-jährigen Strom-Monopols; Sieben Öl und Gas Kosortien zu investieren bis 2024 460 Millionen Dollar; Solar- und Windinvestitionen werden sich 2020 verlangsamen
    • Sonstiges: Interesse asiatischer Investoren an Black Iron; Vereinfachtes Einjahres-Visasystem mit Kanada geplant

Gesetze und Verordnungen

Mit sofortiger Wirkung hebt die Zentralbank mehrere Fremdwährungsbeschränkungen auf. Die Regulierungsbehörde vereinfacht die Reinvestition von Erträgen ausländischer Investoren aus dem Geschäft mit ukrainischen Wertpapieren. Erweitert wird ebenfalls die Liste der Transaktionen, die mit Fremdwährungen in der Ukraine erlaubt sind. Seit Februar lockert die Zentralbank die Fremdwährungsregeln.

Ausschreibungen

197 „kleine Privatisierungs“-Auktionen seit Anfang des Jahres haben dem ukrainischen Staat 10 Mio. Dollar eingebracht. Mit Online-Auktionen auf der ProZorro-Website hat der Staat nun Routine erlangt. Weitere 104 Immobilien im ganzen Land sollen in den kommenden Monaten veräussert werden. Das vor einem Jahr gestartete Programm bringt „wirtschaftlich tote“ staatliche Vermögenswerte – in der Regel Immobilien – in private Hände.

Volks- und Finanzwirtschaft

Mit einem neuen Präsidenten und bald einer neuen Rada hat die Ukraine die einzigartige Chance, den Gang zu wechseln und sich dem Wirtschaftswachstum der Big Ligues anzuschließen, sagte David Lipton, geschäftsführender Direktor des IWF, bei der Torontoer Reformkonferenz: „Ukraine: Souverän, sicher und wohlhabend.“ „Wenn die Ukraine wachsen will – nicht um 3%, sondern um 5-6% jedes Jahr und zur Welt aufschließen will – dann ist das genau das Richtige. Die Ukraine braucht ein neues Geschäftsmodell“, sagte Lipton, der erstmals in den frühen 90er Jahren des Übergangs vom Kommunismus mit Osteuropa zusammenarbeitete. Unter Hinweis auf seine Erfahrungen in Polen sagte er: „Es gibt keinen Grund auf der Welt, warum die Ukraine das nicht tun kann. Das Geschäftsmodell der Ukraine sollte darin bestehen, Waren und nicht Menschen nach Europa zu liefern. Dies kann erreicht werden, indem man daran arbeitet, ein solches Umfeld in der Ukraine zu schaffen, in dem es Investitionen und produktive Arbeitsplätze gibt.“

Um die BIP-Wachstumsraten auf 5% und mehr zu steigern, braucht die Ukraine „eine unerbittliche Verbesserung des Investitionsklimas“, schreibt Matteo Patrone, der regionale Geschäftsführer der EBRD, in der Kyiv Post. „Die Grundvoraussetzungen dafür sind ein stabiles makroökonomisches Umfeld, solide Institutionen, die Eigentumsrechte garantieren, Rechtsstaatlichkeit und eine offene Wettbewerbswirtschaft gewährleisten.“ Er schreibt: „Nur gesunde öffentliche Institutionen und eine professionelle öffentliche Verwaltung mit hoher Integrität und qualitativ hochwertigen öffentlichen Dienstleistungen können private Eigentumsrechte und Rechtsstaatlichkeit garantieren. Aus diesem Grund haben die EU und die EBWE die ukrainische Reformarchitektur geschaffen, einen ganzheitlichen Ansatz für die Reform der öffentlichen Verwaltung.“ Aber, fügt er hinzu: „Die Antikorruptionsgesetzgebung wird nicht durchgesetzt, die Antikorruptionsinstitutionen sind immer noch schwach, es mangelt an Kapazität und es gibt erhebliche Anstrengungen, um ihre Unabhängigkeit und Effizienz zu untergraben.“

Bei Griwna-Anleihen drückte das Finanzministerium bei der wöchentlichen Auktion am Dienstag erneut die Renditen. Mit nur 55 % der Gebote drückte das Ministerium die Raten gegenüber einer Woche zuvor nach unten: für viermonatige Griwna-Wertpapiere von 17,75 % auf 17,44 %, für siebenmonatige Wertpapiere von 18,25 % auf 17,94 % und für einjährige Wertpapiere von 18,4 % auf 18,3 %. Die Regierung verkaufte Anleihen im Wert von 3 Mrd. Griwna, einem Dollar-Äquivalent von 115 Millionen Dollar. Es wurden keine Dollar-Anleihen verkauft.

Um ausländischen Investoren den Zugang zu UAH-Anleihen zu erleichtern, hat das Finanzministerium eine 12-seitige Broschüre mit dem Titel „How to Access UAH Domestic Bonds Market“ herausgebracht. Letzte Woche prognostizierte Finanzministerin Oksana Markarova, dass eine starke Investorennachfrage nach Griwna-Treasuries bedeutet, dass die Regierung in diesem Jahr nicht wieder auf den Eurobond-Markt zurückkehren wird.

Die Nachfrage nach Hryvnia-Staatsanleihen ist weiterhin hoch. 10 Mrd. UAH an Geboten wurden am Dienstag für 8 Mrd. UAH an Krediten abgegeben. Es waren die höchsten Werte seit zwei Monaten. Es entfielen 44% auf längerfristige Anleihen: 2,4 Mrd. UAH auf 2-jährige Anleihen zu 17,94% pro Jahr und 1,1 Mrd. UAH auf 3-jährige Anleihen zu 16,93% pro Jahr. Die Auktion des Finianzministeriums war die erste in diesem Jahr, die keine auf Fremdwährung lautenden Anleihen anbot. Das Ministerium teilte mit, dass es nur eine lokale Anleihe in Fremdwährung im Juli anbieten wird. Für ausländische Investoren – etwa 7% des Marktes – beträgt die bisherige Rollover-Rate für Griwna-Anleihen 160%, bei einer Nettoplatzierung von 51 Mrd. UAH oder 1,9 Mrd. $.

Der Griwna hat in der ersten Jahreshälfte gegenüber dem Dollar um 5,5% zugelegt, so die Daten der Nationalbank der Ukraine. Im gleichen Zeitraum legte die Griwna gegenüber dem Euro um 1,1% zu. Im Juni legte die Griwna gegenüber dem US-Dollar um 2,5% zu.

In den fünf Wochen seit Clearstream mit dem Handel von Griwna-Staatsanleihen begonnen hat, haben ausländische Investoren zusätzliche 560 Mio. Dollar in Anleihen der Ukraine investiert, berichtet das Finanzministerium. Seit dem 27. Mai sind die ausländischen Investitionen in die Anleihen um 36% gestiegen und haben heute 2,1 Mrd. Dollar erreicht.

Landwirtschaft

Die frühe Getreideernte hat in der gesamten Ukraine begonnen, wobei die Landwirte 6,1 Millionen Tonnen von fast 2 Millionen Hektar in 20 Regionen einbringen, berichtet das Ministerium für Agrarpolitik und Ernährung. Im vergangenen Jahr haben ukrainische Bauern 70 Millionen Tonnen geerntet und 50 Millionen Tonnen exportiert – beides Rekorde. Mit einer neuen Rekordernte, die in diesem Jahr erwartet wird, sorgt World-Grain.com für Schlagzeilen aus Kansas City: „Ukrainische Getreideernte in vollem Gange.“

Im Wettbewerb mit Polen werden ukrainische Landwirte ihren Arbeitnehmern in Griwna in diesem Sommer rund 25% mehr Geld auszahlen als im Vorjahr. Bis Mai betrug das durchschnittliche Monatsgehalt 8.000 UAH, derzeit 307 Dollar, berichtet das Ministerium für Agrarpolitik und Ernährung. Die Inflation lag im letzten Jahr bei 10%. Die Löhne steigen in der Regel während der langen Arbeitstage der Erntezeit.

Zukünftige Ernteerträge als Sicherheit für Bankkredite setzen sich in der Ukraine durch, berichtet die International Finance Corporation, die den Finanzierungsmechanismus unterstützt. Nach einem Pilotprojekt im Jahr 2015 wurde das Projekt im vergangenen Jahr landesweit durchgeführt. Bisher wurden 1.600 diesbezügliche Kredite für Landwirte mit einem Volumen i.H.v. 452 Mio. Dollar gewährt. Das von der IFC, einer Weltbankeinheit und dem Staatssekretariat für Wirtschaft der Schweiz geförderte Projekt versucht, die mangelnde Möglichkeit der Bauern, ihr Land als Sicherheit für Kredite zu hinterlegen, zu kompensieren. Präsident Zelenskiy verspricht, die Genehmigung der Rada einzuholen, um im nächsten Jahr einen freien Markt für landwirtschaftliche Flächen in der Ukraine zu gestalten.

Mit der Eröffnung eines für 120.000 Tonnen ausgelegten modernen Getreidesilos in Poltava schließt Astarta sein fünfjähriges, 83 Mio. Dollar schweres Investitions-Programm ab, um die Lagerkapazität um 50% auf 600.000 Tonnen zu erhöhen. Mit Astartas Rekordernte von 1,1 Millionen Tonnen Getreide und Ölsaaten im vergangenen Jahr rechnet Dragon Capital damit, dass das in Warschau börsennotierte Unternehmen nun zu „55% autark in Bezug auf Lagerkapazität“ ist. Da die Staatsbahn mit der boomenden landwirtschaftlichen Produktion zu kämpfen hat, kann die Lagerung den Unterschied zwischen dem Verkauf von Getreide oder dem Verrotten auf den Feldern ausmachen.

Rechtzeitig zur Ernte eröffnete Nibulon seinen neuesten Flusshafen, einen 23 Mio. Dollar teuren Silo- und Pier-Komplex, der 300.000 Tonnen Getreide pro Jahr verarbeiten kann. Der Hafen liegt an einem rechten Nebenfluss des Dnipro, an der Grenze zwischen den Regionen Saporishia und Dnipropetrowsk und soll den Lkw-Verkehr zu den Schwarzmeerhäfen reduzieren und den Landwirten Geld sparen. Um einen sicheren Zugang für Flussschiffe zu gewährleisten, grub Nibulon zwei Kilometer des Nebenflusses Ploska Osokorivka aus und installierte Navigationsausrüstung auf den 12 Kilometern vom Dnipro bis zur Hafenstadt Ternivka.

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Der jüngste ukrainische Schwarzmeerterminals EuroVneshTorg erweitert seine Getreideumschlagkapazität um 50%. Von heute 2 Mio. Tonnen sollen es im September 3 Mio. Tonnen sein. Das Unternehmen mit Sitz in Olvia, Region Mykolaiv, wickelt den Getreideexport für Louis Dreyfus, Soufflet Negoce und Cargill ab. Firmenchef Sergej Hunko sagt: „Heute kann unser Terminal etwa 3% aller Getreideexporte in der Ukraine abwickeln. In Zukunft planen wir, die Kapazität auf 8% pro Jahr zu erhöhen.“

Angetrieben durch den ukrainischen Lebensmittelverkauf hat sich Dubais Nicht-Öl-Handel mit der Ukraine seit 2016 fast verdoppelt und erreichte im vergangenen Jahr 571 Mio. Dollar, sagte ein Vertreter der Dubai Chamber of Commerce and Industry diese Woche bei einem Exportforum in Kiew, berichtet WAM, die Emirates News Agency. Er lud ukrainische Unternehmen ein, an der Arab Health, der Gulfood und der Gitex Technology Week teilzunehmen, drei der größten Messen im Nahen Osten, die alle in Dubai stattfinden.

Die Ukraine hat ihr Ziel, in diesem Wirtschaftsjahr 50 Millionen Tonnen Getreide zu exportieren, im Wesentlichen erreicht und bis zum 30. Juni, dem Ende des Verkaufsjahres, 49,7 Millionen Tonnen exportiert, berichtet das Ministerium für Agrarpolitik und Ernährung. Angetrieben von einer rekordverdächtigen 70-Mio.-Tonnen-Ernte, stiegen die Getreideexporte der Ukraine um 26% und übertrafen damit die russischen. Der Maisexport der Ukraine stieg um 62% auf 29,8 Mio. Tonnen. Weizen sank um 9% auf 15,6 Mio. Tonnen. Gerste sank um 18,6% auf 3,6 Mio. Tonnen.

Die Lebensmittelexporte der Ukraine stiegen in den ersten fünf Monaten dieses Jahres um 21,4% und erreichten 9 Mrd. Dollar, schreibt Olga Trofimtseva, amtierende Landwirtschaftsministerin, auf Facebook. Lebensmittel sind der Hauptexportartikel der Ukraine und macht 43% des Umsatzes aus, schreibt sie. Die Top-Käufer waren: China – 795 Mio. Dollar; Indien – 741 Mio. Dollar; Ägypten – 737 Mio. Dollar; Türkei – 684 Mio. Dollar und die Niederlande – 641 Mio. Dollar.

Die Ukraine ist nach den USA und Brasilien zum drittgrößten Nahrungslieferanten für die EU aufgestiegen, wie die Europäische Kommission berichtet. Im Erfassungszeitraum, welcher im April endet, stiegen die ukrainischen Lebensmittelexporte in die EU um 14%, was einem Anstieg von 800 Mio. Euro entspricht. Die vier wichtigsten Lieferanten von Lebensmitteln für die EU waren im Berichtszeitraum Milliarden Euro: USA – 12.9; Brasilien – 11.7; Ukraine – 6.3; und China – 5.9.

Automobilindustrie/ -markt

Die Erstzulassungen von importierten Gebrauchtwagen erreichten in der ersten Jahreshälfte 250.100, sechsmal so viele wie im ersten Halbjahr des Vorjahres. Niedrigere Einfuhrzölle und eine Steueramnestie führten zu einer Erhöhung der Importzahlen für Gebrauchtwagen. Im Juni, als keine Steueramnestie mehr bestand, wurden 19.200 importierte Gebrauchtwagen zugelassen, fast das Dreifache der 7.300 neu importierten Autos. Im Juni machten Autos mit einem Alter über 10 Jahre laut Ukravtoprom, dem nationalen Autohausverband, 35% der Gebrauchtwagenimporte aus.

In der ersten Hälfte dieses Jahres kauften die Ukrainer 39.500 neue Autos – 13% mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, berichtet Ukravtoprom, der Verband der Autohändler.

Da sich der Elektroauto-Boom nach Osten ausbreitet, wird Tesla im Laufe des nächsten Jahres Ladestationen in der gesamten Ukraine errichten, twittert Elon Musk, CEO von Tesla Inc. DTEK hat vier STRUM-Ladegeräte auf der Autobahn Kiew-Lviv und vier weitere auf der Autobahn Kiew-Odessa installiert, die Teil eines wachsenden landesweiten Netzwerks sind.

Im ersten Quartal des Jahres stiegen die Verkäufe von Elektroautos in der Ukraine um 71% gegenüber dem Vorquartal auf 1.276. Dies entspricht einem ähnlichen Wachstum von 70% bei den Verkäufen von Elektrofahrzeugen in der EU, die allein im April 24.000 erreichten. Mit Blick nach Osten baut die ungarische Ölgesellschaft MOL 700 Ladestationen in Ungarn, Rumänien, Kroatien, Slowenien, der Slowakei und der Tschechischen Republik. Ebenso bauen die deutsche E.ON, die kroatische HEP, die slowenische Petrol, BMW und die ungarische Einheit von Nissan gemeinsam 252 Ladestationen in Ungarn, Rumänien, Kroatien, Slowenien und der Tschechischen Republik.

Infrastruktur

Für nächstes Jahr plant die Regierung, die Ausgaben für Straßenarbeiten um ein Drittel, auf fast 3 Mrd. Dollar zu erhöhen, sagte Premierminister Groysman am Mittwoch, als er die Arbeit eines chinesischen Unternehmens an der 22 Kilometer langen Autobahn um Zhytomyr herum inspizierte. Im Jahr 2018 gründete die Ukraine den Road Fund, der durch Benzin- und Dieselsteuern finanziert wird. Im Jahr 2018 betrug die Finanzierung 1,5 Mrd. Dollar. In diesem Jahr sind es 2 Mrd. Dollar.

Transport & Tourismus

Ukrazaliznytsia plant, „in Zukunft“ einen Odessa-Gdansk-Containerzug in Betrieb zu nehmen, sagt Vyacheslav Eremin, Operativer Direktor der Bahn. Der Zug wäre die 20. regelmäßige Containerroute der UZ, einer der am schnellsten wachsenden Geschäftsbereiche der Staatsbahn. In diesem Monat soll eine Containerroute Odessa-Chisinau, Moldawien beginnen. Für Ende dieses Jahres sind Odessa-Belarus-Klaipeda, Litauen, und Kiew-Leipzig, Deutschland, geplant.

Ukrzaliznytsia muss bis 2025 fast 3 Mrd. Dollar investieren, um neue Lokomotiven anzuschaffen und bestehende zu modernisieren, sagt Anton Sabolevsky, der Direktor für strategische Entwicklung und Investitionen der Eisenbahn, auf der UZ-Website. Auch der Bedarf an neuen Güterwagen ist enorm. Etwa ein Drittel des rollenden Materials oder 64.000 Waggons sind über 25 Jahre alt. Mit EBRD-Darlehen kauft UZ in diesem Jahr 5.000 neue Waggons.

Ukrzaliznytsia hat eine 5-jährige 500-Mio.-Dollar-Euroanleihe mit 8,25% platziert, das niedrigste Niveau in der Geschichte des Unternehmens. Im Vergleich dazu emittierte das Unternehmen 2013 seine erste Euroanleihe zu 9,5% und strukturierte sie dann in eine 2021er Amortisationsemission zu 9,875% um. Angesichts der starken internationalen Nachfrage war die Emission fünfmal überzeichnet, mit Geboten in Höhe von 2,5 Milliarden US-Dollar. Evhen Kravtsov, Geschäftsführer der Staatsbahn, schreibt auf Facebook: „Beachten Sie, dass mehr als 175 Investoren aus Großbritannien, Kontinentaleuropa, den Vereinigten Staaten und Asien Angebote eingereicht haben.“ Er fügt hinzu: „Der Anleihekupon ist der niedrigste seit 2011 unter den quasi staatlichen Kreditnehmern aus der Ukraine. So öffnen wir den Weg zu anderen staatlichen Unternehmen für die internationalen Märkte – Naftogaz der Ukraine.“

Lokomotiven stehen ganz oben auf der Einkaufsliste der Bahn. General Electric möchte Ukrzaliznytsia 40 Diesellokomotiven der neuen Evolution-Serie für 150 Millionen Dollar verkaufen. Im April schloss GE die Lieferung von 30 Lokomotiven ab, die erste Phase eines im vergangenen Herbst unterzeichneten Vertrages mit einer Laufzeit von 15 Jahren und einer Mrd. US-Dollar. Die Franzosen Alstom, Bombardier aus Kanada und CRRC aus China konkurrieren um einen ähnlich großen Auftrag zur Lieferung von Elektrolokomotiven.

Im Kampf um regionale Flugreisende startete Ukraine International Airlines ihren ersten „SkyBus“ – vom Flughafen Vinnytsia nach Kiew Boryspil. Der in den Farben Blau und Gold lackierte Bus benötigt vier Stunden für die 250 Kilometer lange Strecke und ersetzt den bisher kürzesten – einen 35-minütigen – Flug der UIA. Wenn sich dieses „multimodale“ Experiment als beliebt erweist, plant die UIA Busrouten von anderen Regionalhauptstädten innerhalb von 200 Kilometern um den verkehrsreichsten Flughafen der Ukraine: Tschernigiw und Zhytomyr. Um zu verhindern, dass Passagiere von Ryanair und SkyUp mit diesem Bus fahren, ist der Verkauf von UIA-Bustickets an den Kauf eines UIA-Flugtickets gebunden. Ryanair plant, in diesem Jahr 1 Mio. Passagiere von und nach Boryspil zu befördern.

Ebenso stärkt der Flughafen Lviv seine Position als Hauptflughafen der Westukraine, indem er stündlich für 20 UAH eine Fahrt vom Bahnhof Lviv zum Flughafen und umgekehrt anbietet. In der ersten Jahreshälfte dieses Jahres verzeichnete Lviv 950.000 Passagiere, ein Plus von 46% gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

JoinUp, die Reisebüromutter der SkyUp-Fluggesellschaft, fährt Passagiere kostenlos mit Bussen aus 14 Städten zu ihren Flügen nach Lviv. Die Möglichkeit mit dem Bus nach Lviv oder Kiew Boryspil, dann weiter per Flugzeug, nutzten im vergangenen Jahr 100.000 Weißrussen zu Pauschalreisen nach Ägypten und in die Türkei. Oleksandr Alba, Vertriebsleiter von JoinUp und Eigentümer von SkyUp, sagt zu UBN: „Wir machen das seit sechs Jahren.“

Die rechtliche Belästigung von SkyUp hat die ungarische Wizz Air dazu veranlasst, Pläne zur Eröffnung einer ukrainischen Einheit fallen zu lassen, sagt SkyUp-Inhaber Alba gegenüber UBN. Die gut einmonatige Schikanierung von SkyUp hat die Aufmerksamkeit ausländischer Investoren auf sich gezogen und wurde nicht von Präsident Zelenskiy verurteilt. Vor zwei Wochen sprach der neue Präsident vor 500 Mitgliedern ausländischer Wirtschaftskammern und versprach, die „Raider-Angriffe“ auf Unternehmen zu beenden.

Durch verschiedenen Massnahmen hat sich der Umsatz von SkyUp von den inzenierten Negativschlagzeilen „vollständig erholt und liegt 20% über dem Niveau von vor dem Angriff, sagt Alba. Er fügt hinzu: „Schließlich ist schwarze PR immer noch PR.“

Für SkyUp ist Belästigung der Preis für den Erfolg. Die einjährige Fluggesellschaft plant, in diesem Jahr 2,8 Millionen ukrainische Passagiere zu befördern, eine Verdreifachung gegenüber dem Vorjahr. Bis zum nächsten Frühjahr ist geplant, die Gesamtflotte an Boeings um 50% auf 12 Jets zu erhöhen. Bis Ende nächsten Jahres plant SkyUp, von 12 Flughäfen in der Ukraine zu fliegen. Die einzigen Regionalflughäfen, die nicht von SkyUp angeflogen werden, sind Dnipro und Ivano-Frankivsk. Beide befinden sich im Besitz von Igor Kolomoisky. Er besitzt mit der Ukraine International Airline, auch die größte Fluggesellschaft des Landes.

Eine italienische Unternehmensgruppe kommt diesen Monat nach Odessa, um über die Eröffnung einer Fährverbindung zwischen Bari, Italien und Chernomorsk zu verhandeln, schreibt Victor Dovhan, stellvertretender Infrastrukturminister, nachdem er an einem italienisch-ukrainischen Forum in Rom teilgenommen hat. Bari, der wichtigste Hafen Süditaliens an der Adria, ist ein bedeutendes Verkehrs- und Industriezentrum. Chornomorsk ist der wichtigste Fährhafen der Ukraine für Fracht und Passagiere, mit Fähren nach Batumi, Georgien, Varna, Bulgarien und Hardarpasa, Türkei. Vor zwei Monaten startete die Euro Marine Logistics NV zweimal im Monat einen Roll-on-Roll-off-Frachtdienst zwischen Chornomorks und Piräus, Griechenland.

Die Region Odessa wird ihren ersten Grenzübergang zur EU erhalten, wenn die Fähre Orlivka-Isaccea, Rumänien, am 1. September eröffnet. Die neue Fähre überquert einen schmalen, 900 Meter breiten Punkt der Donau und ersetzt den derzeitigen zweistündigen, 100 Kilometer langen Umweg über die Südspitze Moldawiens. „Dies wird ein rund um die Uhr funktionierender, moderner, technologischer, internationaler Grenzübergang für den Fähr-, See- und Binnenschiffsgüter- und Personenverkehr sein“, sagt Alexander Vlasov, Leiter des ukrainischen Finanzdienstes, gegenüber Interfax-Ukraine. Er prognostiziert, dass die neue internationale Überfahrt 200 Lkw und 500 Pkw pro Tag aufnehmen wird.

Energie und Erneuerbare Energien

Mit der Beendigung eines 23-jährigen Monopols beim Stromverkauf an das staatliche Unternehmen Energorynok startete letzte Woche der neue Strommarkt der Ukraine, an dem 192 Käufer und Verkäufer an einer elektronischen Auktion teilnahmen. Mit der Markteinführung endet die umstrittene, dreijährige Rotterdamer Formel zur Preisgestaltung von Kohle. Nach der ersten Handelssitzung am Day Ahead Market berichtet der Eigentümer des thermischen Kraftwerks, DTEK, dass der Preis für seinen Strom auf 1,569 UAH pro kWh gesunken ist, 12% unter dem Durchschnitt des ersten Halbjahres.

Der Strommarkt ist Teil eines umfassenderen Freihandelspakets, das darauf abzielt, bis 2030 Investitionen in Höhe von 30 Mrd. Dollar zu tätigen – 11,5 mal mehr als ohne die Änderungen, schreibt Andrian Prokip, ein Energieanalytiker für das Ukrainische Institut für die Zukunft. Seit 1991 hat die Ukraine ihr sowjetisches Energieerbe weitgehend beibehalten, schreibt Prokip in einem Essay, der erstmals vom Wilson Center veröffentlicht wurde.  Er schreibt: „90% der Stromübertragungsleitungen sind veraltet. Die Verteilungsleitungen sind um 60% und die thermischen Kraftwerke um 80% abgeschrieben.“

Durch die Beendigung des Monopols von Energorynok für den Kauf und Verkauf von Strom auf dem Großhandelsmarkt beendet das neue System auch die „Quersubventionierung„, bei der hohe Industriesätze die Haushaltsraten niedrig hielten. Das Ukrainische Institut für die Zukunft schätzt, dass die Haushaltsraten in diesem Jahr um 28% und im Jahr 2020 um weitere 84% steigen werden. Für industrielle Verbraucher werden die Tarife in diesem Jahr um 45% steigen, gefolgt von einem leichten Rückgang um 5% im Jahr 2020. Laut Eurostat hat die Ukraine die niedrigsten Strompreise in Europa. In der zweiten Jahreshälfte 2018 zahlten die Ukrainer 4 Eurocent pro Kilowattstunde, verglichen mit 10 in Moldawien, 13 in Rumänien, 14 in Polen und durchschnittlich 21 in der EU-28.

Ein Ziel ist die vollständige Integration der Ukraine in ENTSO-E, dem Stromnetz der EU. Prokip schreibt: „Es wird erwartet, dass die Synchronisation mit ENTSO-E den Stromexport fast verfünffachen wird, von 5,6 Mrd. kWh im Jahr 2017 auf 25,0 Mrd. kWh im Jahr 2030, was zu einem geschätzten Überschuss von 6,7 Mrd. $ an Exporterlösen in den Jahren 2019-2030 führt“. Ohne Integration und Investitionen wird es in der Ukraine in den 2020er Jahren zu Stromausfällen kommen und Belarus und Russland mit dem Kauf von Strom beauftragen müssen. Die Ukraine wird gestärkt aus dem Prozess hervorgehen, prognostiziert Ariel Cohen in Forbes.Die Synchronisation mit ENTSO-E wird auch den Wettbewerb auf dem heimischen Strommarkt verschärfen und die Monopolisten zwingen, durch bessere Preise und Servicequalität um die privaten Verbraucher zu konkurrieren“, schreibt Cohen, Senior Fellow des Atlantic Council. „Kiew treibt tiefgreifende Reformen im Energiesektor voran, die es investorenfreundlicher, wettbewerbsfähiger und widerstandsfähiger machen werden.“

In den nächsten drei Jahren wird Ukrenergo 357 Mio. EURO in die Synchronisation des ukrainischen Stromversorgungssystems mit ENTSO-E, dem Europäischen Netz der Netzbetreiber für den Stromtransport, investieren. Ivanna Klimpush-Tsintsadze, stellvertretende Ministerpräsidentin für europäische Integration, sagte letzten Monat auf einer Konferenz, dass 40% dieser Mittel aus ausländischen Quellen stammen sollen: der EU, den USA, der Weltbank, der Europäischen Investitionsbank und der KfW, der deutschen Entwicklungsbank. Im Einklang mit dem Dritten Energiepaket der EU wurden die neuen Energiegesetze von der EU und dem IWF für weitere zinsgünstige Kredite gefordert.

In einem Schritt zum „freien Energieverkehr“ importiert die Ukraine, ein Stromexporteur in die EU, erstmals Strom aus der Slowakei und Ungarn. Energy Resources of Ukraine (ERU), ein amerikanisches Unternehmen mit Sitz in Kiew, berichtet, dass „die maximale Kapazität des Stromimports der ERU beträgt 130 MW„, die für die ukrainische „Energieinsel Burshtyn“ bestimmt ist. Burshtyn liegt im Westen von Iwano Frankowsk, etwa 100 km von der Slowakei entfernt, ist vollständig mit dem EU-Energiesystem synchronisiert und exportiert Strom nach Ungarn, in die Slowakei und nach Polen.

 Sieben Öl- und Gasunternehmen, darunter ein amerikanisches und ein kanadisches, haben Produktionsverträge abgeschlossen. Sie müssen in den nächsten fünf Jahren insgesamt 430 Millionen Dollar in neun Blöcke investieren, seismische Untersuchungen durchführen und 39 Explorationsbohrungen durchführen.  Roman Opimach, Exekutivdirektor des ukrainischen Gasproduzentenverbandes, nennt auf Facebook, die Gewinner: das staatliche UkrGazVydobuvannya – 2 Blöcke; UkrGazVydobuvannya mit Kanadas Vermilion Energy – 2 Blöcke; US Aspect Energy – 1 Block. Vier private ukrainische Produzenten – Geo Alliance, Ukrnaftobrureniya, DTEK und Zakhidnadarservis – gewannen jeweils einen Block.

Der Boom der Ukraine im Bereich der erneuerbaren Energien wird sich 2020 auf 540 MW neuer Kapazität verlangsamen, etwa ein Viertel der für dieses Jahr geplanten 2 Gigawatt, sagte Mykhaylo Blyznyuk, stellvertretender Minister für Energie und Kohleindustrie, letzte Woche vor einem ukrainischen Forum für erneuerbare Energien in London. Diese Mengen – 300 MW für Solar, 160 MW für Wind und den größten Teil für Biogas – werden ihre Einspeisetarife zweimal im Jahr auf ProZorro-Auktionen festgelegt. In diesem Jahr ringen die Investoren darum, Projekte rechtzeitig abzuschließen, um Stromabnahmevereinbarungen mit den aktuellen „Grünen Tarifen“ zu erhalten – einige der höchsten Raten in Europa. Aufgrund dieser Tarife sind erneuerbare Energien ein heißer Sektor für ausländische Investitionen in der Ukraine. Bloomberg New Energy Finance Ltd. rechnet damit, dass 47% der Investitionen in erneuerbare Energien in diesem Jahr auf Ausländer entfallen.

Sonstiges

Die Verdoppelung der Eisenerzpreise in diesem Jahr zieht das Interesse asiatischer Investoren an Black Iron auf sich, einem 1-Mrd.-Dollar-Minenprojekt, das von der Firma aus Toronto als „größte ukrainisch-kanadische Investition“ bezeichnet wird. Während Gespräche über eine große Finanzierung des Shymanivske-Projekts laufen, berichtet Black Iron, dass zwei asiatische Ingenieur-, Beschaffungs- und Bauunternehmen „eine Kapitalinvestition in Höhe von 45 Millionen US-Dollar – 10% der gesamten [Phase eins] Projektbaukosten – tätigen könnten, um dafür den Bauauftrag zu erhalten“. Das Projekt befindet sich Kryvyi Rih und wurde von benachbarten Bergbauunternehmen blockiert, die einen massiven neuen Konkurrenten zu verhindern versuchten. Black Iron glaubte an die Zukunft und erneuerte kürzlich seine Absichtserklärung mit Ukzaliznytsia für einen Vertrag über 3 Mrd. Tonnen-Kilometer – 10 Mio. Tonnen Eisenerz pro Jahr, 300 Kilometer von Kryvyi Rih zum Hafen Pivdenii (Yuzhne) am Schwarzen Meer.

Dmytro Khoroshun von Concorde Capital warnt vor dem heutigen Eisenerzpreis von 123 $/Tonne:Die derzeit hohen Eisenerzpreise, die Black Iron in seiner Pressemitteilung als ein Faktor erwähnt hat, der potenzielle Investoren für sein Projekt anzieht, sollten auch Eisenerz-Entwicklungsprojekte weltweit anregen, was zu Überinvestitionen und Angebotsüberschüssen in einigen Jahren führen kann“.

Die Arbeit und das Studium junger Ukrainer in Kanada soll durch ein neues, vereinfachtes Einjahres-Visasystem erleichtert werden, das bis zum nächsten Frühjahr eingeführt werden soll, sagte Präsident Zelenskiy am Mittwoch auf einer gemeinsamen Pressekonferenz in Toronto mit Ministerpräsident Justin Trudeau. Kanada lud die Ukraine auch ein, sich dem Programm „Trusted Traveler“ anzuschließen, einem System, das Wiederholungsbesucher, hauptsächlich Geschäftsleute, durch Passkontrollen beschleunigt. Während des dreitägigen Besuchs von Zelenskiy in Kanada vereinbarten beide Staats- und Regierungschefs, das zwei Jahre alte Freihandelsabkommen Kanada-Ukraine auf Dienstleistungen und Investitionen auszudehnen. Zelenskiy: „Das bedeutet, dass ukrainische IT-Spezialisten und Unternehmer aus verschiedenen Branchen besser mit Kanada zusammenarbeiten können, ohne die Ukraine zu verlassen. Das bedeutet mehr Arbeitsplätze.“

 

Die englische Originalversion stammt von unserem Partner UBN – Ukraine Business News. Weitere Informationen und ein Nachrichtenarchiv finden Sie unter: www.ubn.news.