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  • Landwirtschaft: Export von Beerenfrüchten gestiegen; 1 Milliarde Dollar in Lebensmittel-verarbeitung investiert; Saudi-Arabiens SALIC investiert 51 Mio. $ in Landmaschinen; Getreideexporte sollen um 25% steigen
  • Infrastruktur: Fähre nach Rumänien; Reni plant den Bau eines LNG-Terminals
  • Transport & Tourismus: Neue Züge und Flugzeuge nach Polen; Ukraine übertrifft Russland im Schwarzmeer-Containertransport; Roll-on-Roll-off-Frachtdienst zwischen Piräus und Chornomorsk; Kreuzfahrtschiffe kehren nach Odessa zurück; Keine Firmenjets mehr nach Moskau
  • Energie & Erneuerbare Energien: Solar- und Windprojekte im ersten Quartal um das Fünffache gestiegen; Ukraine kürzt Gasimporte; Özaltın Holding ist im Gespräch mit Ukrhydroenergo über die Fertigstellung von zwei Wasserkraftprojekten; AICE Hydro A.S. plant, sich an der ersten Privatisierung eines Kleinwasserkraftwerks in der Ukraine zu beteiligen
  • IT und Telekommunikation: Mobiltelefone: Mehr Internet, weniger Gespräche; Israels Perion Network kauft ukrainisches Startup-Unternehmen Septa Communications; US Inkubator for Tech Startups;
  • Finanzwirtschaft: Monobank mit Expansionsplänen; Ukrainer gehören zu den schnellsten Anwendern von Zahlungssystemen für mobile Geräte; Google Pay gestartet; Überweisungen von Arbeitnehmern um 17,5% gestiegen
  • Arbeitsmarkt: Löhne um 11% gestiegen
  • Sonstiges: Horizon Capital investiert 10 Millionen Dollar in Ajax Systems

Landwirtschaft:

Seit 2014 haben sich der ukrainische Export von Beerenfrüchten verfünffacht, auf 23.500 Tonnen, sagte Olga Trofimtseva, amtierende Landwirtschaftsministerin, am Mittwoch auf einer von Berries of Ukraine organisierten Industriekonferenz in Kiew. Sie sagte: „Ukrainische frische Beeren werden nach Weißrussland, Polen, Moldawien, Großbritannien und in die Niederlande exportiert. Die größten Verbraucher von Tiefkühlbeeren sind inzwischen EU-Länder.“ Die besten Ernten in der Ukraine sind: Erdbeeren – 62.300 Tonnen, Himbeeren – 35.600 Tonnen und Johannesbeeren – 29.600 Tonnen.

Fast 1 Milliarde Dollar wurden letztes Jahr in die Lebensmittelverarbeitung der Ukraine investiert, sagte Premierminister Groysman auf der kürzlich abgehaltenen Landwirtschaftsmesse, Agroport West Lviv. Er bemerkte, dass dies etwa 28% der im vergangenen Jahr in die Landwirtschaft investierten 3,3 Milliarden Dollar ausmachte: „Unsere Aufgabe ist es, die Struktur zu ändern… Wir müssen die Fertigungstiefe der ukrainischen Produkte erhöhen.“

Die saudiarabische SALIC UK Ltd. investiert in diesem Jahr 51 Millionen Dollar in Landmaschinen, um das 195.000 Hektar große Ackerland der Westukraine zu bewirtschaften, das sich auf zwei Unternehmen, MRIYA Agro Holding und Continental Farmers Group, verteilt. Laut Georg von Nolcken, dem neuen Chief Operating Officer der kombinierten Unternehmen, kauft SALIC fast 300 Maschinen, darunter Traktoren, Mähdrescher, selbstfahrende Spritzer und Transportanhänger.

Mais war der König der Rekordernte 2018 der Ukraine mit 70 Millionen Tonnen, 13% mehr als im Vorjahr nach der endgültigen Aufschlüsselung. Der State Statistics Service berichtet: Mais – 35,8 Millionen Tonnen; Weizen – 24,6 Millionen Tonnen; Sonnenblumenkerne – 14,2 Millionen Tonnen; und Sojabohnen – 4,5 Millionen Tonnen.

Die Getreideexporte dürften in diesem Wirtschaftsjahr 49 Mio. Tonnen erreichen, fast ein Viertel mehr als im vergleichbaren Zeitraum Juli 2017/Juni 2018. Bislang haben die Getreideexporte 37 Millionen Tonnen erreicht, 23% mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, so das Landwirtschaftsministerium.

Im „Testmodus“ hat das neue Cargill-MV Cargo Getreideterminal seit letztem Sommer 1 Million Tonnen Getreide exportiert. „Im Testmodus bewegen wir 20.000, manchmal 30.000 Tonnen pro Tag!“ schreibt Andrei Stavnitser, Mitinhaber des Terminals, auf seiner Facebook-Seite. Das 100-Millionen-Dollar-Terminal und der 16 Meter tiefe Liegeplatz in Yuzhne, dem verkehrsreichsten Schwarzmeerhafen der Ukraine, sind so konzipiert, dass sie 10% aller jährlichen Getreide-Exporte der Ukraine abwickeln können.

Infrastruktur:

Die Donau-Fährverbindung zwischen Isaccea, Rumänien und Orlivka, Ukraine, soll in diesem Sommer aufgenommen werden. Es wird den ersten Grenzkontrollpunkt der Region Odessa mit der EU schaffen. Die 500 Meter lange Fährüberfahrt ersetzt einen 100 Kilometer langen Straßenumweg über die Südspitze Moldawiens. Auf beiden Ufern sind die Roll-on-Roll-off-Anlagen für 250 Pkw‘s und 1.000 Lkw‘s pro Tag ausgelegt. Nach 20 Jahren Regierungsgesprächen baute ein privates ukrainisches Unternehmen das ukrainische Fährterminal und die Zollkontrollgebäude. Auf der rumänischen Seite hat Navrom SA Galati das Terminal für 12 Millionen Euro gebaut, berichtet Romania Libera. Zur Förderung des Handels soll es den Einheimischen erlaubt werden, den Kontrollpunkt ohne Pass zu überqueren sofern sie sich in einem maximalen Radius von 30 Kilometer vom Fährhäfen bewegen.

Reni, der nördlichste Hafen der Ukraine an der Donau, plant den Bau eines LNG-Terminals und eines schwimmenden Liegeplatzes zum Bunkern oder Betanken von Flussschiffen, berichtet die lokale Niederlassung der Seehafenbehörde. Um die Emissionen von Flussschiffen zu verringern, fördert die EU erdgasbetriebene Schiffe. Reni liegt fünf Kilometer südlich der moldauischen Grenze und etwa 150 Kilometer flussaufwärts vom Schwarzen Meer. Bis 2025 wollen ExxonMobil und andere multinationale Unternehmen die jährliche Gasproduktion Rumäniens auf 20 Milliarden Kubikmeter verdoppeln, indem sie Gasfelder auf dem Kontinentalschelf des Schwarzen Meeres entwickeln. Die ukrainische Seehafenbehörde sucht Investoren für den Bau des LNG-Terminals bis 2025.

Transport & Tourismus:

Seit letzter Woche werden im Zug am Kiewer Hauptbahnhof Zoll- und Passkontrollen für den Zug Kiew-Warschau durchgeführt. Die Abschaffung des Grenzübergangs am Bahnhof Yagodyn, Wolyn, ist der letzte Schritt zur Vereinfachung des Reiseverkehrs zwischen der Ukraine und Polen. Die Passagiere werden gebeten, bis 18:45 Uhr in den 19:13 Uhr Zug zu steigen, um ihre Pässe und Taschen an Bord kontrollieren zu lassen.

Polen und die Ukraine planen in diesem Sommer eine Zugverbindung von Lviv nach Lublin. Zunächst fahren die Passagiere in einem Ukrzaliznytsia-Zug in die Grenzstadt Rava-Ruska und steigen dann in einen polnischen Zug mit europäischer Spurweite um. Die meiste Zeit des 20. Jahrhunderts fuhren die Züge auf der 225 km langen Strecke, die Lviv, die größte Stadt der Westukraine, mit Lublin, der zweitgrößten Stadt Kleinpolens, verband.

Am 30. Juni startet Wizz Air zweimal pro Woche den Flug Kiew-Sikorsky nach Lublin. In der zurückliegenden Woche nahm Wizz Air bereits den Flugbetrieb für die Stecke Kiew-Krakau auf. Mit diesen beiden neuen Strecken wird Wizz Air von Kiew aus in sieben polnische Städte fliegen.

Ukrzaliznytsya startet einmal wöchentlich, einen Ost-West-Containerzug von Dnipro nach Sławków (Polen; 1.400 km Entfernung). Der Güterzug nutzt die längste Breitspurstrecke Polens, eine Strecke aus den 70er Jahren, die 400 km in Südpolen bis Sławków, 50 km westlich von Krakau, führt. In Nizhnedneprovsk wird der Zug Container aus den östlichen Industriestädten der Ukraine, Zaporizhia, Mariupol und Nikopol, aufnehmen. Der Zug verkürzt die Transportzeit um die Hälfte auf sodann 40 Stunden, sagt Jewhen Krawtsow, Vorsitzender der Staatsbahn der Ukraine.

Spezielle Containerzüge verkürzen die Fahrzeiten um 70%, sagt Igor Tkachuk, Hafenchef von Odessa, dem Center for Transportation Strategies. Von Odessa, dem Eingangshafen für zwei Drittel der von den ukrainischen Schwarzmeerhäfen umgeschlagenen Container, verkehren Containerzüge nach Dnipro, Ivano Frankivsk, Charkiw und Kiew.

„Ukrainische Häfen übernehmen größeren Anteil der Asien-Fracht“ titelt The Journal of Commerce, die New Yorker Nachrichtenseite für Schifffahrt und Logistik. Der Reporter Eugene Gerden konzentriert sich auf den Wettbewerb zwischen den ukrainischen Schwarzmeerhäfen und dem russischen Hafen Noworossijsk und schreibt, dass die Ukraine seit 2017 ihre Containerabfertigungszeiten und -gebühren auf die Hälfte der russischen Zeiten und Gebühren reduziert hat. Der Containerverkehr der Ukraine, der erstmals über Noworossijsk liegt, stieg im vergangenen Jahr um 19% auf 846.485 TEU. Der Containerverkehr von Novorossiysk stieg um 2,5% auf 754.890 TEU.

Am 16. April startet die Euro Marine Logistics NV einen Roll-on-Roll-off-Frachtdienst zwischen Piräus, Griechenland und Chornomorsk. Die Strecke, die von einem EML-Schiff, der Stadt Amsterdam, bedient wird, soll den Export von Neu- und Gebrauchtwagen aus der EU in die Ukraine erleichtern. Das Schiff folgt einer Route um das Schwarze Meer: Piräus-Chornomorsk-Novorossisk. EML mit Sitz in Belgien ist im gemeinsamen Besitz der norwegischen Höegh Autoliners und der japanischen Mitsui O.S.K. Lines.

Die ukrainische Donau-Flusskreuzfahrt begann in der zurückliegenden Woche mit dem Andocken der Victoria am Montag in Ust-Dunaisk, Vylkove, einer Stadt im Donaudelta mit Kanälen, die manchmal auch als „Venedig der Ukraine“ bezeichnet wird. Die lokale Hafenbehörde berichtet: „Es sind 140 Touristen an Bord, die aus Österreich ins ukrainische Venedig gekommen sind.“ In dieser Saison werden voraussichtlich 40 Donau-Kreuzfahrtschiffe Ust-Dunaisk anlaufen, eine Steigerung gegenüber 2018. Im vergangenen Jahr erreichten die Besucherzahlen von Kreuzfahrtschiffen 5.338, was einem Anstieg von 18% gegenüber 2017 entspricht.

Nachdem die Zahl im vergangenen Jahr auf Null gesunken war, kehren zwei europäische Kreuzfahrtschiffe in diesem Sommer nach Odessa zurück. Am 10. Mai soll die unter maltesischer Flagge fahrende Aegean Odyssey Odessa mit 380 Passagieren anlaufen. In diesem Herbst, am 30. Oktober, soll die unter der Flagge der Bahamas fahrende Amera mit 800 Passagieren Odessa anlaufen. Im Jahr 2013 starteten 106 Kreuzfahrtschiffe in Odessa. Eine Trendwende kommt mit neun Kreuzfahrtschiffen, die für 2020 gebucht sind, sagt Igor Tkachuk, Hafendirektor von Odessa, dem Center for Transportation Strategies. Sein Chef, Infrastrukturminister Volodymyr Omelyan, erzählt den Schwarzmeer-Nachrichten: „Ich bin kürzlich von den Verhandlungen mit großen arabischen Unternehmen [in den VAE] zurückgekehrt. Sie sind daran interessiert, in der Ukraine zu investieren. Sie sehen den Seehafen in Odessa nicht nur als Hafen, sondern auch als geeigneten Ort für einen Yachthafen, wo es möglich sein wird, einen wunderbaren öffentlichen Raum und alle Annehmlichkeiten für Kreuzfahrtschiffe zu schaffen.“

Viking River Cruises kehrt am 27. Mai zum Dnipro zurück, mit 11 Kreuzfahrten zwischen Odessa und Kiew bis zum 24. September. Die Preise für die 11-tägigen Kreuzfahrten reichen von $3.700 bis $10.000. Die meisten Kabinen, die unter $5.000 liegen, sind bereits bis Juni ausverkauft. Viking mit Sitz in Basel winkt: „Fahren Sie auf dem Dnipr River zum Schwarzen Meer, einer alten und prächtigen Handelsroute, die von reichen kulturellen Schätzen, Zwiebelkuppeln und ländlichen Volkswegen gesäumt ist, die an die Tage der Wikinger, Tataren und Kosaken erinnern. Besuchen Sie das Höhlenkloster von Kiew und bestaunen Sie die Reitkunst der Kosaken. Wandeln Sie auf Spuren der Geschichte Odessa’s.“

Die Regierung verbietet nun auch Business Jet Flüge zwischen der Ukraine und Russland. Kommerzielle Flüge wurden im November 2015 eingestellt. Am Mittwoch erweiterte das Ministerkabinett dieses Flugverbot auf Privatflugzeuge als Reaktion auf einen Flug nach Moskau am 22. März durch zwei pro-russische Politiker – Yury Boiko und Viktor Medvedchuk. Das erweiterte Verbot gilt nicht für Flüge von internationalen Organisationen wie dem Roten Kreuz, den Vereinten Nationen und der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE).

Rosaviatsiya, Russlands föderale Lufttransportbehörde, teilte Interfax mit: „Wir schlagen vor, die Verhandlungen und die Wiederaufnahme des Luftverkehrs auf regulärer und Charterbasis zwischen Russland und der Ukraine in vollem Umfang durchzuführen… Wir sind zuversichtlich, dass eine solche Entscheidung im Interesse unserer Völker und Fluggäste liegt.“ Der Verkehr auf Flügen über Minsk nimmt zu. Am Montag nahm Motor Sich wieder tägliche Flüge zwischen Minsk und Saporizhia auf, dem verkehrsreichsten Flughafen im stark russischsprachigen Südosten der Ukraine. Belavia bietet nun Direktflüge von Minsk zu den sieben verkehrsreichsten Flughäfen der Ukraine an: Dnipro, Charkow, Lemberg, Odesa, Zaporizhia und beide Flughäfen von Kiew.

Der Flughafen Lviv, der seine Rolle als Drehkreuz der Westukraine festigte, verzeichnete im ersten Quartal 2019 einen Anstieg des Passagieraufkommens um 53,5 % im Vergleich zum Vorjahr. Lviv wächst schneller als im Vorjahr und könnte in diesem Jahr 2,5 Millionen Passagiere befördern, mehr als das Dreifache der Bevölkerung der Stadt. Den 35 Städten mit Direktflügen nach Lviv fügte die Stadt im letzten Monat mit Wizz Air nach Kopenhagen; Motor Sich nach Uzhgorod; und airBaltic nach Riga weitere hinzu.

Um den Bewohnern der Westukraine zu helfen, den Flughafen zu nutzen, startete Lviv mit einen stündlichen Busverkehr zum Flughafen vom Hauptbahnhof Lviv, dem zweitgrößten Bahnhof der Ukraine, nach dem Hauptbahnhof Kiew. Um den Touristenstrom zu nutzen, führte die Stadt eine Kurtaxe mit Sätzen von bis zu 0,5% der Hotelrechnungen ein.

Um das Fluggastaufkommen im Terminal D des Flughafens Kiew-Boryspil zu verringern, wurde gestern das Terminal F für Billigfluglinien und Charterpassagiere wiedereröffnet. Das nach fünf Jahren renovierte und mit neuen Passkontrollkabinen ausgestattete Terminal F ist für Passagiere gedacht, die bereit sind, zu ihren Flugzeugen zu laufen. Das Terminal bedient nun Bravo, Lauda, Ryanair, SkyUp, Windrose und Yan Air. Bald werden von dort auch die Flüge der Fluggesellschaften Aigle Azur, Bukovyna und FANair abgewickelt.

SkyUp, die neue ukrainische Billigfluggesellschaft, wird im April drei weitere Boeing 737 erhalten, welche Teil einer geplanten Verdreifachung ihrer All-Boeing-Flotte auf 12 bis Ende dieses Jahres sind. SkyUp bricht mit der Boryspiler Hub-Strategie der UIA und startet in diesem Frühjahr Direktflüge von Regionalflughäfen: Chernivtsi, Dnipro, Charkiv, Cherson, Lviv, Mykolaiv, Odessa, Poltawa und Zaporizhia. Die Flüge, hauptsächlich zu Urlaubszielen, sind eine Mischung aus Charter- und Linienflügen, sagte Dmitri Seroukhov, CEO von JoinUp! Reportern am Freitag.

Gegen UIA, Ryanair und Wizz Air wurde wegen möglicher Absprachen über neue Beschränkungen für Handgepäck eine Untersuchung eingeleitet, sagt das Antimonopol-Komitee der Kiewer Post. Wizz Air und Ryanair kündigten am 1. November strengere Regeln an. Die UIA folgte am 15. Januar.

Private Personenbahnen klopfen an der Westtür der Ukraine an. Der tschechische RegioJet hat „ein großes Interesse daran, nach Mukachevo zu gehen“, sagt Alexander Krasnoshtan, Direktor des Fernpersonendienstes von Ukrzalyznitsya, dem Zentrum für Verkehrsstrategien. Der Zug würde zwischen Košice, Slowakei, und Mukachevo, Transkapatien, verkehren. Seit einem Jahr befördert RegioJet Passagiere von Mukachevo und Uzhgorod mit Bussen nach Košice, wo sie in die RegioJet-Züge nach Westen steigen.

LeoExpress, ein weiterer tschechischer privater Bahnbetreiber, beantragt bei der polnischen Eisenbahnverkehrsbehörde eine Genehmigung für einen Zug von Prag über Krakau nach Medyka an der polnisch-ukrainischen Grenze. Mit ukrainischer Erlaubnis würde der Zug dann in die Ukraine, 20 km nach Osten fahren und in Mostyska-1, dem östlichen Endpunkt der europäischen Spurweite halten. UZ sieht positiv auf beide Vorschläge, sagte Krasnoshtan dem Center for Transportation Strategies. Da die Fahrgastzahlen in Zügen nach Russland um 20% pro Jahr sinken, hat Ukrzaliznytsia die Frequenzen reduziert und stellte den Bahnverkehr Kiew-St. Petersburg vollständig ein, sagt Krasnoshtan im gleichen Interview. Züge nach Polen und Österreich haben dagegen eine hohe Auslastung und verdienen Geld. Der neue Zug der „Vier Hauptstädte“ nach Weißrussland und ins Baltikum fährt mit einer 40%-tigen Auslastung, aber UZ hofft auf mehr Fahrgäste in diesem Sommer.

Energie & Erneuerbare Energien:

Chinas staatliche Exportkreditagentur erweitert den Versicherungsschutz auf 1 Milliarde Dollar, um es Naftogaz zu ermöglichen, günstige Kredite für den Kauf von High-Tech-Ausrüstung in China zu erhalten. Die in Peking ansässige Agentur Sinosure deckt politische Risiken wie Währungsabwertungen und Krieg ab. Noch vor zwei Jahren hielt Peking staatliche Unternehmen von Investitionen in der Ukraine ab und verwies auf den Krieg mit Russland im Südosten der Ukraine. Die ersten 160 Millionen Dollar werden es Naftogaz ermöglichen, eine günstige Finanzierung für 13 Bohrgeräte zu erhalten, die im vergangenen Jahr von Honghua International. Ukrgazvydobuvannya, die Gasproduktionseinheit von Naftogaz, kaufte die Anlagen mit einer fünfjährigen Zahlungsfrist. Ukrinform berichtet, dass die Verwendung der anderen 840 Millionen Dollar zur Deckung des Kaufs von chinesischer Ausrüstung „in naher Zukunft mit der chinesischen Seite vereinbart wird“.

Das Volumen russischen Gases, das durch die Pipelines der Ukraine nach Europa fließt, stieg im ersten Quartal 2019 um 5,3% im Vergleich zum Vorjahr, berichtet Ukrtransgaz, der Betreiber des Pipelinesystems. Interfax-Ukraine berechnet, dass Russland 20 Milliarden Kubikmeter durch die Ukraine geschickt hat. In einem Jahr plant Russland die Eröffnung des Nord Stream-2 durch die Ostsee und TurkStream durch das Schwarze Meer.

Die Ukraine hat die Gasimporte für den Inlandsverbrauch im ersten Quartal um 15% gegenüber dem Vorjahreszeitraum gesenkt. Polen, das verflüssigtes Erdgas aus den USA importiert, erhöhte die Exporte in die Ukraine um ein Viertel. Die Importe aus der Slowakei sanken um 24% und die Importe aus Ungarn um 9%. Das meiste Gas aus der Slowakei und Ungarn kommt ursprünglich aus Russland. Die Ukraine hat im November 2015 den direkten Gasbezug aus Russland eingestellt. Durch die Einsparung und Substitution von Kraftstoffen hat die Ukraine im vergangenen Jahr die Gasimporte um ein Viertel auf 10,6 Milliarden Kubikmeter reduziert.

Die norwegische internationale Anwaltskanzlei Wikborg Rein Advokatfirma AS hat mit Naftogaz einen Vertrag über 14 Millionen Euro unterzeichnet, um den Rechtsstreit der ukrainischen staatlichen Ölgesellschaft mit der russischen Gazprom fortzusetzen. Im Jahr 2014 unterzeichneten Wikborg Rein und Naftogaz einen Vertrag über 50 Millionen Euro, um Naftogaz-Klagen beim Arbitration Institute der Stockholmer Handelskammer zu verfolgen. Als Ergebnis dieses Schiedsverfahrens wurde Gazprom angewiesen, Naftogaz netto 2,6 Milliarden Dollar zu zahlen.

Die türkische Özaltın Holding ist im Gespräch mit Ukrhydroenergo über die Fertigstellung von zwei Wasserkraftprojekten aus der Sowjetzeit. In der Nähe des Kaniv-Staudamms in Tscherkassy ist geplant, den Bau eines 2.500-MW-Projekts wieder aufzunehmen. Weiter flussabwärts, in Kakhovka, ist der Bau einer zweiten Stromerzeugungsanlage geplant, der siebten und letzten auf dem Dnipro. Die Finanzierung des Projektes ist noch offen.

Die norwegische AICE Hydro A.S. plant, sich an der ersten Privatisierung eines Kleinwasserkraftwerks in der Ukraine zu beteiligen, berichtet der State Property Fund. Nächste Woche soll ein Gutachter für das 2-MW-Wasserkraftwerk in Pervomaisk, Region Mykolaiv, ausgewählt werden. Nach dem Gutachten wird die 90 Jahre alte Anlage auf ProZorro.Sale versteigert, verspricht Vitaliy Trubarov, Leiter des State Property Fund. Arne Jakobsen, CEO von AICE, sagt, dass ausländische Investitionen die kleine Wasserkraftproduktion der Ukraine erneuern können. Norwegen ist Europas größter Wasserkraftproduzent und bezieht 98% seines Stroms aus Wasserkraft.

Naftogaz bereitet sich auf eine Unterbrechung des Transits des russischen Gases durch die Ukraine im nächsten Jahr vor, erweitert seine Speicherreservoirs und sucht nach internationaler Finanzhilfe, sagte Andriy Kobolyev, CEO des staatlichen Öl- und Gasunternehmens der Ukraine, am Freitag auf einem Energietreffen in Brüssel. Auf die Frage, was Naftogaz tun werde, wenn die Gespräche mit Gazprom über einen neuen Transitvertrag scheitern sollten, antwortete er: „Die kurze Antwort ist: mehr Speicher und mehr verflüssigtes Erdgas.“ Auf die Frage nach dem Antrag der dänischen Energiebehörde vom vergangenen Mittwoch auf eine weitere Umweltprüfung der Nord Stream 2-Gasleitung sagte er: „Das ist definitiv kein Verbot. Aber es ist eine weitere große Verzögerung.“

Arkad, ein arabisch-italienisches Konsortium, hat das niedrigste Gebot – 1,1 Milliarden Euro – für den Bau einer Pipeline zum Transport von russischem Gas durch Bulgarien von der Türkei nach Serbien abgegeben, berichtet Novinite, ein Nachrichtendienst mit Sitz in Sofia. Vladimir Malinov, Geschäftsführer von Bulgartransgaz, sagte am Freitag, dass der Gewinner der Ausschreibung im April bekannt gegeben wird. Der Gewinner hat 250 Tage, etwa acht Monate Zeit, um die Gasleitung zu bauen. TurkStream, das von Anapa, Russland, unter dem Schwarze Meer entlangt geht, hat letzte Woche das Land an der türkischen Küste bei Kıyıköy erreicht. Das Gas soll am 1. Januar fließen. Von den 15,8 Milliarden Kubikmetern, die an der bulgarisch-türkischen Grenze ankommen, sollen 11 Milliarden Kubikmeter an die serbische Grenze, 9 Milliarden Kubikmeter an die ungarische Grenze und 4,3 Milliarden Kubikmeter an die Slowakei geliefert werden.

Ungarn und Aserbaidschan haben sich am Freitag darauf geeinigt, eine Route für die Lieferung von aserbaidschanischem Gas nach Ungarn im nächsten Jahr auszuarbeiten, ohne in die Ukraine zu gehen. Der ungarische Außenminister Péter Szijjártó erklärte in Baku, dass der russisch-ukrainische Gastransitvertrag Ende dieses Jahres ausläuft: „Dies ist eine besonders ernste Herausforderung für Ungarn, da mehr als die Hälfte der russischen Gasimporte nach Ungarn über die Ukraine laufen“.

Die Ukraine hat im ersten Quartal 861 MW an erneuerbaren Energieanlagen in Betrieb genommen – das ist das Fünffache der Menge im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Von der Gesamtmenge waren 172 MW Wind und fast 700 MW Solarstrom, so die Zahlen, die am Freitag von der Nationalen Kommission für Energie-, Wohn- und Versorgungsdienste veröffentlicht wurden. In den kommenden Wochen soll die Rada über ein Auktionssystem abstimmen, das die grünen Tarife ersetzen soll, die zu den höchsten in Europa gehören.

IT und Telekommunikation:

Die ukrainischen Mobilfunkbetreiber verdienen heute mehr Geld mit dem Internet als mit Telefonaten. Letztes Jahr bezogen die Mobilfunkunternehmen 46% (600 Mio Dollar) ihrer Einnahmen aus dem Datenverkehr. Auf Telefonate entfielen 42% oder 550 Millionen Dollar. Im Gegensatz dazu verdienten die Betreiber 2016 laut der Nationalen Kommission für die staatliche Regulierung von Kommunikation und Information dreimal so viel an Sprachübertragung wie am Internet.

Israels Perion Network kauft das ukrainische Startup-Unternehmen Septa Communications für 3,75 Millionen Dollar. Besser bekannt als Captain Growth, hat Septa „Value Unlock“ entwickelt, eine patentierte Plattform für künstliche Intelligenz zur Analyse von Werbung. Das Unternehmen wurde vor zwei Jahren von Dmitry Bilash und Dmitry Pleshakov gegründet.

Ein von den USA finanziertes Business Incubator-Projekt startet diese Woche in der gesamten Ukraine mit dem Ziel, 60 bis 90 ukrainischen Startups pro Jahr ein intensives Business-Training anzubieten. Führungskräfte ausgewählter Start-ups und KMU durchlaufen viermonatige Trainingseinheiten, in denen sie die Geschäftsgrundlagen, die Ideenfindung und das Fundraising von Mentoren, hauptsächlich Amerikanern aus dem IT-Sektor, erlernen. Das von USAID bis Ende 2022 finanzierte Programm wird von Charles K. Whitehead, Professor für Wirtschaftsrecht an der Cornell Law School, geleitet. Das Programm ist offen für technologiebasierte Unternehmen und wird in Dnipro, Charkow, Kiew, Lviv und Odessa angeboten. Unternehmen, die an der ersten Sitzung interessiert sind, sollten sich bis zum 3. Mai über www.eo.in.ua bewerben.

Finanzwirtschaft:

Die Gründer von Monobank, der mobilen Bank der Ukraine, investieren 1 Million Dollar, um bis September eine britische Version, Koto, auf den britischen Markt zu bringen, sagt Dmytro Dubilet, einer der Gründer, dem Magazin Novoe Vremya. „Wir versuchen jetzt, ein Projekt in England zu starten“, sagt Dubilet, der die Monobank 2017 zusammen mit Oleg Gorohovsky und Mykhailo Rogalskiy, allesamt ehemalige Manager der PrivatBank, gegründet hat. „Die Alpha-Version ist fertig. Wir beschäftigen uns mit internen Tests. Ich bezahle bereits für Einkäufe mit einer Koto-Karte.“ Weniger als zwei Jahre nach der Gründung hat die Monobank bereits 826.000 Kunden in der Ukraine.

Die Ukrainer gehören zu den schnellsten Anwendern von Zahlungssystemen für mobile Geräte und andere bargeldlose Transaktionen in Europa, sagt Maria Babenko, Regionaldirektorin von Visa Inc. im Focus Magazine. „Wenn wir die Ukraine mit Europa in Bezug auf die Geldmenge vergleichen, die über bargeldlose Kanäle fließt, sind wir natürlich immer noch ein Schwellenland“, sagt Babenko, die für die GUS und Südosteuropa zuständig ist. „Aber wenn wir die Ukraine in Bezug auf die Anpassung von Innovationen betrachten, dann würde ich sagen, dass wir als führend in dieser Richtung angesehen werden…. Apple Pay und Google Pay, die in der Ukraine funktionieren, sind noch nicht in allen europäischen Märkte eingeführt…kontaktlose Transaktionen sind in vielen Ländern weitaus seltener als in der Ukraine, da die Einzelhändler nicht bereit sind, solche Zahlungen zu akzeptieren…“

Google Ukraine startete in der zurückliegenden Woche den erweiterten Online-Zahlungsservice Google Pay, ein optimiertes System, das die erneute Eingabe von Zahlungskartendaten bei jedem Online-Einkauf überflüssig macht. Rund 6.500 ukrainische Online-Shops haben von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht. Etwa 200.000 physische Geschäfte akzeptieren inzwischen Google Pay.

Die Überweisungen der Ukrainer, die im Ausland arbeiten, stiegen im vergangenen Jahr um 17,5% auf 11 Milliarden Dollar, berichtet die Nationalbank der Ukraine. Russland, traditionell das wichtigste Ziel für ukrainische Arbeiter, wird von den westlichen Nationen schnell in den Hintergrund gedrängt. Die Überweisungen aus Polen stiegen um 16,4% auf 3,6 Milliarden Dollar, fast viermal so hoch wie aus Russland – 948 Millionen Dollar. Während die Überweisungen aus Russland um 27% zurückgingen, stiegen die aus den USA übermittelten Gelder um 28% auf 870 Millionen Dollar. Die aus der Tschechischen Republik übermittelten Gelder stiegen um 50% auf 846 Millionen Dollar. Italien lag mit 492 Millionen US-Dollar an fünfter Stelle, was einem Anstieg von 10% gegenüber 2017 entspricht.

Arbeitsmarkt:

Die Reallöhne stiegen im Februar um 11% im Vergleich zum Vorjahr, berichtet der staatliche Statistikdienst. Im Land betrug der durchschnittliche monatliche Nominallohn 9.429 UAH oder 350 $. Der Durchschnittslohn in der Stadt Kiew war 50% höher, oder 530 Dollar. Und die Löhne in Kiew, die höchsten der Ukraine, waren doppelt so hoch wie die niedrigsten in der Ukraine, 266 Dollar in Tschernivtsi.

Die ukrainischen Büros von drei internationalen Executive Search UnternehmenOdgers Berndtson, Pedersen & Partners und Ward Howell – haben Mandate zur Auswahl von Kandidaten für sechs unabhängige Vorstandsmitglieder von Eximbank, Oschadbank und PrivatBank erhalten, schreibt Finanzministerin Oksana Markarova auf Facebook.

Sonstiges:

Die Erhöhung der ausländischen Direktinvestitionen von derzeit 2% des BIP sollte eine Kernaufgabe für den nächsten Präsidenten der Ukraine sein, schreibt Andy Hunder, Präsident der amerikanischen Handelskammer in der Ukraine, im Blog des Atlantic Council Ukraine. „Wer gewinnt, sei es Poroschenko oder der Newcomer Wolodymyr Zelenskiy, der muss sich auf die Gewinnung von FDI konzentrieren“, schreibt Hunder. „Da beide Kandidaten erfolgreiche Geschäftsleute sind, sollte der nächste Präsident genau darauf achten, dass Investoren willkommen sind und gut behandelt werden.“ Bei einem Treffen mit Wirtschaftsführern vor zwei Wochen sagte er: „Zelenskiy hat sich darauf konzentriert, uns zu versichern, dass seine Ansichten und Absichten mit den Prioritäten der Geschäftswelt übereinstimmen, insbesondere mit Rechtsstaatlichkeit, makroökonomischem Wachstum und der Bekämpfung von Korruption“.

Horizon Capital, die auf die Ukraine spezialisierte US-amerikanische Private-Equity-Firma, investiert 10 Millionen Dollar in Ajax Systems, einen in Kiew ansässigen Hersteller von drahtlosen Sicherheitssystemen. Als Konkurrent von Amazon’s Ring, einem weiteren in Kiew ansässigen Sicherheitssystem-Designer, stellt Ajax Sensoren zur Erkennung von Eindringlingen, Feuer und Überschwemmungen sowie Fernbedienungen für Haushaltsgeräte, Schlösser und Beleuchtung her. Ajax wurde 2011 gegründet und beschäftigt 500 Mitarbeiter in der Ukraine und verkauft größtenteils in die Europäische Union.

 

Die englische Originalversion stammt von unserem Partner UBN – Ukraine Business News. Weitere Informationen und ein Nachrichtenarchiv finden Sie unter: www.ubn.news.